Tag des Handwerks in Bothel zielt auf Sechst- und Siebtklässler - Von Nina Baucke

Idee im Kopf

Die Schüler der Botheler Wiedau-Schule hatten die Möglichkeit, verschiedene Bereiche ein wenig kennenzulernen und etwas über die Möglichkeiten dort zu erfahren. Foto: Nina Baucke
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Bothel. Was lässt sich mit Malerfarbe alles machen? Wie fühlt es sich an, Blech zu zerschneiden? Und wie wird aus einem Stück Holz ein Gebrauchsgegenstand? Rund 160 Schüler der Botheler Wiedau-Schule erlebten am Mittwoch einmal Schulunterricht der etwas anderen Art. Zehn Betriebe der Region präsentierten sich in der Turnhalle beim Tag des Handwerks.

Zwar hatten alle Jahrgänge die Möglichkeit, sich an den Ständen der Unternehmen zu informieren, dennoch lag der Fokus vor allem auf den Sechst- und Siebtklässlern. „Die Idee ist, dass sie schon früh die Möglichkeiten im Handwerk kennenlernen, damit das schon einmal im Kopf ist“, sagte Lehrer André Pohl, der den Tag des Handwerks an der Wiedau-Schule vor einigen Jahren initiiert hatte. „Viele kennen in dem Alter nur eine Handvoll Berufe.“ Er hofft weiterhin auf eine enge Vernetzung zwischen der Schule und der lokalen Wirtschaft in der Samtgemeinde Bothel, denn nicht nur Handwerksbetriebe sind in das Schulleben mit eingebunden, auch andere Firmen haben unter anderem beim Unternehmenstag, einer weiteren Berufsinformationsveranstaltung, die Möglichkeit, sich zu präsentieren.

Das zweite Mal arbeitete die Wiedau-Schule beim für den Tag des Handwerks mit dem Landkreisprojekt Passt! zusammen. „Wir sind die einzige Schule, die das macht“, so Pohl. Dank Passt! war es möglich, aus einem größeren Pool an Firmen für eine solche Veranstaltung zu schöpfen: „Wir haben einige Betriebe an der Hand, die ausbilden und daher auch richtig in diesem Thema drinstecken“, sagte Wolfgang Scheller, Passt!-Berater für den Raum Bremervörde, der mit drei weiteren Kollegen an diesem Tag in Bothel den Tag des Handwerks begleitete. „Die Firmen nutzen uns als Plattform, wir wiederum ebnen ihnen den Zugang zu solchen Veranstaltungen, denn für sie bedeutet das vor allem einen zeitlichen Aufwand.“

In Gruppen arbeiteten sich die Schüler durch die Turnhalle von Stand zu Stand, für die sechsten und siebten Jahrgänge gab es zudem die Aufgabe, Quizfragen zu lösen. „Die jüngeren Schüler müssen wir immer noch mehr bei ihrer Neugier packen“, erklärte Scheller das Vorgehen. „Für manche ist das zeitlich noch weit weg, manche sind skeptisch und betrachten alles erstmal von Weitem – aber wenn sie mal Blut geleckt haben, merkt man, was dahinter steckt.“ Aber es sei auch gut, dass auch die älteren Jahrgänge die Möglichkeit hätten, sich noch mal konkret zu informieren. „Auch sie blenden manchmal ganze Bereiche aus. Dennoch passieren in Branchen, die vielleicht keinen so guten Ruf haben, unter Umständen ganz tolle Sachen.“

Zwischen Dachdecker und Heizungsbauer war aber auch die Gastronomie vertreten. „Die Veranstaltung ist gezielt für das Handwerk gestartet, aber wir haben die Erfahrung gemacht, dass es viele Überschneidungen gibt“, so Scheller. „So bilden Handwerker auch im Bürobereich aus, auch der Beruf des Kochs ist Handwerk. Also haben wir uns hier auch etwas den IHK-Berufen geöffnet. Dennoch: Der Bedarf im Handwerk ist derzeit am größten.“

Auch im Blick hat das Passt!-Team, Ängste bei Mädchen abzubauen. „Es gibt noch viel zu viele alte Berufsbilder, dabei ist dank technischer Hilfsmittel in vermeintlich ,schweren‘ Berufen schon vieles ganz anders“, so Scheller. „Die Veränderungen im Handwerk sind zur Zeit für Mädchen eine Chance.“

Autor

Nina Baucke Nina Baucke
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 nina.baucke@rotenburger-rundschau.de

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