Scheeßeler Schülerinnen üben traditionsreiches Handwerk

Faszination Blaudruck

Konzentriert untersuchen die jungen Künstlerinnen die Model, ehe sie sich für ein Motiv entscheiden. Fotos: Judith Tausendfreund
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Scheeßel. Sina und Jette sind mit Feuereifer dabei: Sie krempeln im wahrsten Sinne des Wortes die Ärmel hoch, und dann geht es los. Gemeinsam mit weiteren sechs Jugendlichen gehören die beiden zur Kinder- und Jugendgruppe der Original Scheeßeler Trachtengruppe. In anderen Jahren tanzten die Kinder, in den Herbstferien gab es zudem oft gemeinsame Fahrten. „Doch in diesem Jahr geht das alles leider nicht“, bedauert Heiko Klee, Vorsitzender der Trachtengruppe. Umso erfreuter waren er und der gesamte Verein, als das Heimatmuseum und die Blaudruckabteilung sich kurz vor den Herbstferien mit einer Idee meldeten: Gemeinsam T-Shirts und andere Lieblingskleider bedrucken und dabei eine ganze Menge erleben.

Um dies zu ermöglichen, hatten sich Annerose Rathjen, Ilse Riebesehl, Angelika Finke und Sabine Berger ein Konzept überlegt, welches speziell für Kinder und Jugendliche im Alter zwischen acht und zwölf Jahren passen sollte. „Wir wollen, dass die Kinder und Jugendlichen die ganze Veranstaltung auch wirklich informativ finden“, führt Rathjen aus.

Am Anfang steht ein Vortrag, hier lernen beide Gruppen, die an zwei verschiedenen Tagen im „Schafstall“ des Museums aktiv sind, was man alles über Kleidung, Farben und die verschiedenen Drucktechniken wissen muss. Schließlich geht es dem Museumsteam und der Blaudruckabteilung auch darum, Kenntnisse zum Druckverfahren und zu den Werkzeugen zu vermitteln. Dazu stehen eine Reihe von Druckmodeln auf dem Tisch, mit denen die Kinder ein Muster auf den weißen Stoff drucken – dieses Verfahren praktizieren deutschlandweit nurmehr zwölf Betriebe.

Nicht nur die jungen Leute interessieren sich für das Fachwissen, das Rathjen und ihre Mitstreiterinnen vermitteln. Gekommen sind heute auch Uwe Wahlers, erster Vorsitzender des Heimatvereins, Klee und Nils Meyer, Leiter des Heimatmuseums. „Wir freuen uns ganz besonders über diese Zusammenarbeit zwischen der Trachtengruppe und unserem Verein“, betont Wahlers. Im Grunde gehörten die Trachtengruppe und das Heimatmuseum ohnehin zusammen, „die Trachtengruppe war immer ein Teil des Heimatmuseums“, weiß Wahlers. Es gäbe noch eine weitere Trachtengruppe, alle drei Vereine verstünden sich sehr gut, erklären Wahlers und Klee unisono. „Und wir als Museum wollen eben auch die museumspädagogischen Angebote stärken“, ergänzt Meyer. Um das zu ermöglichen, hatte das Heimatmuseum schon im Sommer den ehemaligen Schafstall renoviert und auch einige Anschaffungen getätigt. Zum Beispiel sind die Tische, an denen die Kinder heute arbeiten, mit Rollen versehen – so lasse sich der Raum rasch in einen Saal umfunktionieren. „Insgesamt haben wir an die 20.000 Euro investiert“, so Meyer weiter. Die Arbeit habe sich gelohnt, das Gebäude sei mit Liebe überarbeitet worden.

Möglich wurde diese wertvolle Ergänzung der bisher schon bestehenden Angebote des Museums durch Spenden und indirekt auch durch die Aufnahme des Blaudrucks auf die Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit der Unesco. Neben der neuen Blaudruck-Dauerausstellung im Weberhaus habe das Museum auch ein Förderprogramm erarbeitet, „welches neben der eigentlichen Museumsarbeit auch die museumspädagogische Arbeit unterstütze“, so Rathjen.

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