Samtgemeinderat berät über Filteranlagen in Schulräumen - Von Nina Baucke

Luft im Klassenzimmer

Mit Abstand beriet sich der Samtgemeinderat Bothel in der neuen Mensa der Wiedau-Schule über Luftfilteranlagen in den Klassenräumen. Foto: Nina Baucke
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Bothel. 20-5-20 ist zur Zeit die vom Kultusministerium vorgegebene goldene Regel, wenn es in der aktuellen Corona-Zeit um die Lüftung der Klassenzimmer geht. Pro Unterrichtsstunde steht einmal Durchzug auf dem Programm. „Das ist zwar ein wenig lästig und eine zusätzliche Aufgabe, aber machbar“, sagt Susanne Schumann, Schulleiterin der Grundschule am Trochel gegenüber der Rundschau.

„Zum Glück haben wir an beiden Standorten – in Bothel wie in Brockel – die Möglichkeit, die Fenster in den Klassenräumen weit zu öffnen. Und für die Zeit des Lüftens haben bei uns die Kinder ihre Jacken über den Stuhllehnen hängen“, sagt sie zum aktuellen Vorgehen der Verantwortlichen in der Grundschule am Trochel.

Lässt sich, besonders mit Blick auf die kalte Jahreszeit, dieses Vorgehen ergänzen oder eine Alternative finden? Die Verbesserung der Luftbedingungen in den Klassenräumen der Schulen in der Samtgemeinde Bothel stand am vergangenen Dienstag auf der Tagesordnung des Samtgemeinderats. Denn die SPD-Fraktion hatte einen Antrag gestellt, Luftfilteranlagen zu beschaffen.

„Wir sind uns schließlich alle einig, weitere Schulschließungen auszuschließen“, so Fraktionsmitglied Werner Meyer. Dabei hatten die SPDler bereits ein konkretes Gerät im Blick – einen Raumluftreiniger einer Firma aus Heinsberg. Mit solchen Anlagen, so der ehemalige Lehrer, könnten bis zu 95 Prozent der Virenlast entfernt werden, was beim Lüften in dem Maße nicht möglich sei. „Wir können mit solchen Anlagen Infektionsketten unterbrechen. Und das ist wichtig.“ Bereits am Donnerstag zuvor hatte der Schulausschuss den Antrag der Sozialdemokraten beraten und sich dafür ausgesprochen, sich mögliche Geräte einmal vorführen zu lassen.

„Wir haben dabei nach Kräften unsere Hausaufgaben gemacht und mehrere Firmen angesprochen“, so Bauamtsleiter Volker Behr. So war am Donnerstag Ralf Ohlmann von dem Bremer Unternehmen Just Air zu Gast und stellte das System einer Stoßvernebelung vor, mit der über Nacht ein Raum von der Größe eines Klassenzimmers desinfiziert werden könne.

Allerdings zeigten sich einige der Ratsmitglieder skeptisch: „Dieses System arbeitet nur nachts, wir brauchen allerdings auch etwas, das uns auch tagsüber helfen kann“, so Meyer. Das sah auch Silke Döbel (Grüne) so: „Auch wenn morgens alles sauber ist, Lüften während des Unterrichts müssen die Schulen so aber weiterhin.“

Für Lothar Sause (CDU) war dagegen klar: „Das Lüften ist eine Vorschrift des Kultusministeriums und daher immer notwendig – egal, welches Gerät im Raum steht.“ Das sah auch Ludger Brinker so: „Das ist noch nicht des Rätsels Lösung, denn ein Verzicht auf das Lüften ist nicht möglich. Zudem gibt das Gerät keinen Sauerstoff ab, sondern filtert ihn bloß.“ Und Friedrich Lüning (Bürgerliste) stellte die Frage in den Raum, ob es dann Sinn mache, so etwas anzuschaffen. „Über eines müssen wir uns im Klaren sein: Die Kinder sind nicht zu 100 Prozent sicher. Aber wir demonstrieren, dass wir es ihnen so sicher wie möglich machen“, betonte Meyer. „Und die Wirkung des von uns vorgeschlagenen Geräts ist ja bereits erforscht.“ Sein Fraktionskollege Manfred Struck mahnte zudem zur Eile: „Wir sollten alles so schnell wie möglich klären und mit einer Entscheidung nicht erst bis 2021 warten.

Am Ende folgte der Rat einem Vorschlag des Ratsvorsitzenden Jochen Hestermann (CDU) und stimmte mehrheitlich dafür, die Verwaltung mit der Suche nach weiteren möglichen Geräten zu beauftragen, Heidrun Röhrs (SPD) regte zudem an, sich parallel bei der Schulbehörde zu erkundigen, ob ein Einsatz im Klassenraum überhaupt zulässig ist.

Autor

Nina Baucke Nina Baucke
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 nina.baucke@rotenburger-rundschau.de

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