Ralf Altebockwinkel über Konfirmationen in Corona-Zeiten - Von Nina Baucke

„Das Beste draus machen“

Die Kirche in Visselhövede: Die Gemeinde Kirchwalsede macht dort den Auftakt mit Konfirmationen, weitere Termine für Brockel und Visselhövede erfolgen im Juli. Foto: Archiv
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Brockel. Eigentlich ist in den Wochen zwischen Ende April und Ende Mai in den Kirchengemeinden der Region Konfirmationszeit. Eigentlich. Denn auch diese Feiern fielen unter das Versammlungsverbot aufgrund der Corona-Pandemie. Nachholtermine? Bislang vielerorts noch unklar. Die Kirchenregion Brockel-Kirchwalsede-Visselhövede dagegen hat sich geeinigt: ab dem 20. Juni an drei aufeinanderfolgenden Wochenenden.

„Wir haben überlegt, was wir machen, zunächst wollten wir mit den Konfirmationen bis nach den Sommerferien warten“, sagt Ralf Altebockwinkel, Pastor in Brockel. „Aber dann dachten wir: Wir leben seit Wochen mit dieser Ungewissheit und haben jetzt diesen relativ sicheren zeitlichen Korridor, bevor wir unter Umständen wieder verschieben müssen. Und: Jetzt sind wir noch relativ dicht an der Konfirmandenzeit. Das ist runder, als die Feier ein paar Monate später quasi ,aus dem Nichts‘ zu machen.“
Als Termine stehen Samstag, 20. Juni, für die Jugendlichen aus der Kirchengemeinde Kirchwalsede fest, am Samstag und Sonntag, 4. und 5. Juli, folgen dann die Konfirmanden aus Brockel und am Samstag und Sonntag, 11. und 12. Juli, die aus Visselhövede. Zudem teilen die Gemeinden Fünfergruppen für etwa 30 Minuten lange Gottesdienste ein. „Das ist kürzer, als ein normaler Konfirmationsgottesdienst“, erklärt Altebockwinkel. Nach jedem Durchgang bleibt die Visselhöveder St.-Johannis-Kirche, in der alle Konfirmationen über die Bühne gehen, für eine Stunde zum Lüften leer, Gemeindemitarbeiter desinfizieren derweil Handläufe, Türgriffe und Ähnliches. Für die Kirchengemeinde Visselhövede sind auf diesem Weg insgesamt zehn, für Brockel acht und für Kirchwalsede vier Gottesdienste vorgesehen.
„Die sind allerdings alle nicht, wie sonst, öffentlich“, weist Altebockwinkel hin. Dazu kommt: Jeder Konfirmand darf maximal acht Personen einladen, sodass sich mit Konfirmanden, Familien und Gemeindemitarbeitern maximal 50 bis 60 Menschen in der Kirche aufhalten. „Jeder Konfirmand bekommt acht Einladungskarten, die er an seine Familie und ihm nahestehende Menschen verteilen darf“, erklärt Altebockwinkel. Auch Gesang der Gemeinde wird es aufgrund der aktuellen Auflagen nicht geben. „Wir überlegen uns stattdessen etwas anderes, damit es feierlich wird“, verspricht der Theologe. Eventuell wollen er und sein Team auch etwas digital ausprobieren.
Natürlich habe es seitens der betroffenen Familien teilweise Kritik an den Planungen gegeben, schließlich sollte die Konfirmation Anlass für größere Familienfeste sein, zu denen viele auch von weiter her zusammenkommen. „Nicht alle sind daher mit dieser Lösung glücklich. Aber wir haben auch viele positive Rückmeldungen bekommen“, so Altebockwinkel. „Wir versuchen, dass Beste daraus zu machen“, sichert er zu. „Und vielleicht holen wir die Feier später noch einmal mit einem großen Extrafestgottesdienst nach.“

Autor

Nina Baucke Nina Baucke
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