Luca Ruhbaum sammelt Müll am Straßenrand auf - Von Nina Baucke

Eimer voll

Luca Ruhbaum fischt immer wieder Müll aus dem Waldstück und am Straßenrand zwischen Kirchwalsede und Lüdingen. Foto: Nina Baucke
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Kirchwalsede. Die leere Plastikflasche ist kaum noch zu sehen, dennoch fischt Luca Ruhbaum den Abfall zielstrebig aus einem Gebüsch und wirft ihn in einen Eimer. Einen nur knapp fünfminütigen Streifzug braucht es, und der Behälter ist gut zur Hälfte voll: Folienfetzen, Fast-Food-Tüten, Kaffeebecher, Zigarettenschachteln, Glasflaschen und sogar ein leerer Ölkanister. Fundort ist der Rand eines kleinen Waldstücks zwischen Kirchwalsede und Wittorf.

Derzeit radelt der Abiturient jeden Tag die Straße von Weißenmoor nach Kirchwalsede zur Arbeit – immer mit einem Eimer bewaffnet, um die dreckigen Fundstücke entlang der Straße aufzusammeln. Und jedes Mal liegt neuer Müll zwischen den Bäumen, „darunter erstaunlicherweise sogar Pfandflaschen“, so Ruhbaum. Manchmal kommen sogar zwei Eimer zusammen. Während der Abiturvorbereitung in Englisch war eines der Themen Müll und der Umgang damit gewesen. „Da habe ich mich näher damit beschäftigt und angefangen, verstärkt darauf zu achten, was überall in der Natur so herum liegt“, sagt der 18-Jährige, der nach seinem Abschluss Architektur mit Schwerpunkt auf ökologischem Bauen studieren möchte. Ausschlaggebend für den kritischen Blick in die Umgebung war auch sein Chef, der sich selber immer mal wieder als Müllsammler betätigt.

Auch Ruhbaum stellte fest, dass entlang der gesamten Strecke ständig Abfall zu entdecken ist, „vor allem Sachen, die einfach bei vorbeifahrenden Autos aus den Fenstern geworfen wurden“, vermutet er. Umweltschutz ist sehr wichtig für ihn geworden: „Einiges kann man nur schwer verhindern. Es ist nun mal beispielsweise so, dass man vor allem auf dem Land viel auf das Auto angewiesen ist“, sagt Ruhbaum. „Aber seinen Müll kann man einfach mitnehmen.“ Er selbst will erst einmal weitersammeln, immer mit Eimer und Handschuhen bewaffnet am Straßenrand nach den Umweltsünden anderer Ausschau halten. Ruhbaum hofft, andere Menschen für das Problem zu sensibilisieren. „Nicht nur, dass sie Müll aufheben und entsorgen, sondern den eigenen Abfall erst gar nicht irgendwo in die Natur werfen.“

Autor

Nina Baucke Nina Baucke
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