Kirchwalsede: Ein Kindergarten, zwei Wunschorte - Von Judith Tausendfreund

Noch keine Lösung in Sicht

Der jetzige Kindergarten entspricht nicht mehr den heutigen Standards. Foto: Judith Tausendfreund
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Kirchwalsede. Offiziell wird oft die St-Bartholomäus-Kirche benannt, wenn es um die Sehenswürdigkeiten in Kirchwalsede geht. Der „alte“ und traditionsreiche Kindergarten mutet jedoch mindestens genauso schön und beeindruckend an – kein Wunder, dass viele Anwohner das ins Herz geschlossene Anwesen gerne erhalten möchten. Dies zeigte sich auch während einer Ausschusssitzung im Schützenhaus.

Immer wieder wurden Stimmen laut, die beschrieben, wie viele Erinnerungen man an den früheren, den alten Kindergarten habe. Und viele Anwesende erklärten auch, dass das in der Tat sehenswerte und fast schon historische Gebäude für sie einfach zum Dorfbild dazu gehöre. Diese emotional geprägten Aspekte der Diskussion, die schon seit Monaten in und um den Ort herum in Bewegung ist, sind aber eben nur die eine Seite der Medaille. Denn – auch dies wurde an dem Abend klar – das Haus ist so, wie es jetzt da steht, nicht zu halten. Unabhängig von der umstrittenen Tatsache, wo die Kinder des Ortes in Zukunft ihre Kita besuchen, stehen mehrere Fakten fest, die eine Veränderung erzwingen: So ist der Pachtvertrag zwischen der Gemeinde und den Immobilienbesitzern zum Ende des Jahres 2021 definitiv gekündigt, die Kinder müssen ausziehen. Zwar wollen die Besitzer verkaufen, eventuell auch an die Gemeinde.

Doch selbst wenn die beiden Parteien sich einigen würden – was aktuell nicht klar ist – müsste das Gebäude von Grund auf verändert werden. Denn das wunderschön anzusehende Haus entspricht in vielerlei Hinsicht nicht mehr den heutigen Anforderungen an Brandschutz, Fassaden und andere Sicherheitsregeln. Aktuell wird der Zustand geduldet, aber eben nur, da das Ende abzusehen ist. Kauft die Gemeinde das Haus, läuft die Duldung aus. Dann muss umgebaut werden, die Kinder müssen für die Zeit des Umbaus in ein anderes Gebäude und das heute als Schmuckstück zu bezeichnende Haus wird wohl nicht mehr wiederzuerkennen sein.

Die Gemeinde möchte das Grundstück und Haus wohl kaufen, sieht dies aber losgelöst von der Entscheidung, wo der Kindergarten entsteht – auch dies wurde an dem Abend deutlich. Beispielsweise könnte ein Seniorenzentrum dort entstehen. „Wir wollen uns aber nicht unter Druck setzen lassen, überteuerte Preise zu zahlen“, erklärte Bürgermeisterin Ursula Hoppe. Man sehe sich auch in der Verantwortung, keine immer weiter steigenden Immobilienpreise zu unterstützen. Falls es zu einem Kauf komme, würde ein Gutachter hinzugezogen werden, um den Preis im richtigen Rahmen zu halten. Während diese Situation noch in der Schwebe hängt, gehört die ehemalige Sparkasse in der Westerwalseder Straße bereits der Gemeinde und hier liegen auch schon Pläne für einen Umbau als Kindergarten vor. Diese wurden an dem Abend ausführlich von Architekt Thomas Maass vorgestellt. Der hatte einige Folien vorbereitet und zeigte Details der Planung auf. Da ging es mal um die Parkplätze und mal und die potentielle Anzahl an Kindergarten-Gruppen.

Um die Ideen zu realisieren, will die Gemeinde bis zum 15. September diesen Jahres einen Förderantrag stellen, und so finanzielle Mittel zu realisieren, die die anfallenden Kosten zumindest schmälern sollen. Allerdings steht noch das Bürgerbegehren im Raum, das Ratsfrau Gabriele Hornhardt initiiert hatte. Sie und ihre Mitstreiter können sich mit der Idee, den Kindergarten in der Westerwalseder Straße unterzubringen, nicht anfreunden. Das Gelände sei zu klein, die weitere Nutzung des Sparkassenautomats parallel zum Kindergarten-Betrieb schwierig, auch die auf die Gemeinde zukommende Verschuldung durch diese Baumaßnahme sei nicht zu verantworten. „Die jetzigen Pläne werden von vielen Anwohnern abgelehnt“; so Hornhardt. Man hätte schon wesentlich früher die Akzeptanz überprüfen können und sich auch Alternativen überlegen können.

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