Hemslinger Grundschüler präsentieren eigenes Schulmusical

Die Vampir-Rebellion im Klassenzimmer

Was tun, wenn kleine Vampire lieber Knoblauch essen, als Blut trinken? Die Lehrer sind ratlos. Foto: Karen Bennecke
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Hemslingen. Manche Lehrer haben es nicht leicht mit ihren Schülern – das traf ganz besonders auf das selbstgeschriebene Musical der Hemslinger Grundschule zu. In der fantasievollen Darbietung der dritten und vierten Klasse – mit Unterstützung der Kooperationsklasse von der Rotenburger Lindenschule – erzählten die Schüler von überforderten Lehrern, die sich vergebens mühen, ihren Schülern jahrhundertealtes Rollenverhalten beizubringen.

Da gab es kleine Vampire, die viel lieber Knoblauch essen als Blut trinken wollten und junge Knappen ohne Interesse am ritterlichen Schwertkampf. Piratenlehrlinge mochten nicht das ABC des Schiffekaperns lernen und Cowboy- und Indianerkinder stellten sich beim Reitunterricht denkbar ungeschickt an.

„Hier auf der Schule zwingen wir keinen in falsche Rollen“, sang der Chor. Die Rebellion erwies sich als ansteckend – am Ende erwischte es sogar das Ausbildungsorchester der Blaskapelle Hemslingen, das statt harmonischer Klänge plötzlich zum Steinerweichen schiefe Töne produzierte. Natürlich nahm das Musical ein gutes Ende – die Schüler trauten sich zu sagen, was sie wirklich interessiert, und die Lehrer zeigten sich einsichtig: „Wir müssen wohl eine Fortbildung machen“. Das Publikum amüsierte sich königlich, und die kleinen Sänger und Schauspieler waren sichtlich stolz. Dazu hatten sie allen Grund: „Wir haben das Musical zusammen mit den Schülern entwickelt“, erzählt Nadja Köhler, die frisch ernannte Rektorin der Grundschule. Begonnen hatten die kleinen Künstler damit nach den Sommerferien: „Die Kinder haben sich ein Stück mit vielen verschiedenen Wesen gewünscht, und wir haben uns dann gemeinsam überlegt, was für eine Geschichte dazu passen könnte.“ Dabei sei es ausgesprochen demokratisch zugegangen: „Wir haben immer über alles abgestimmt.“ Die Kinder hätten sich gegenseitig kritisiert, und dabei Kritik annehmen und Kompromisse schließen gelernt. Die Songs stammen überwiegend aus Köhlers Feder, aber „die Kinder haben dazu beigetragen, und das Piratenlied haben sie selber geschrieben“, so Köhler. Das Stück passt auffallend gut zum Leitbild der Schule, die sich auf die Fahne geschrieben hat, unterschiedliche Begabungen zu fördern und jedes Kind so anzunehmen, wie es ist. Und es war eine echte Gemeinschaftsproduktion, wie die Rektorin betont: „Die Eingangsstufe hat im Chor mitgesungen, unsere Musiklehrerin Hendrike von Lingen und Karin Baden, die pädagogische Mitarbeiterin der Lindenklasse, wie auch das Ausbildungsorchester unter der Leitung von Heinz Jacobi und viele Helfereltern haben entscheidend mitgewirkt. Ohne ihre Unterstützung wäre es nicht möglich gewesen.“ Evelyn Dorweiler, schulfachliche Dezernentin der Landesschulbehörde Niedersachsen, ergriff die Gelegenheit, Köhler unter großem Applaus der Anwesenden die Ernennungsurkunde zur Rektorin zu überreichen: „Damit ist es offiziell: Sie sind die Schulleiterin und damit hier im Haus die Chefin.“ Samtgemeindebürgermeister Dirk Eberle dankte ihr, dass sie dieses Amt in einem kleinen Dorf so mir nichts, dir nichts übernommen habe und gratulierte mit einen Blumenstrauß.

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