Geläut in Brockel erklingt jeden Abend um 18 Uhr

Alter Glockenklang

Heinz Meyer (links) und Dirk Precht lassen die alte Glocke ertönen. Foto: Tobias Woelki
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Bothel/Rotenburg (woe). „Fest gemauert in der Erden steht die Form aus Lehm gebrannt. Heute muss die Glocke werden! Frisch, Gesellen, seid zur Hand!“, dichtete bereits Friedrich Schiller. Jetzt in der Corona-Zeit läuten im Kirchenkreis täglich in den Kirchengemeinden die Kirchenglocken, um jeden daran zu erinnern, was einen verbindet und daran zu denken, wofür man dankbar ist, aber auch in Sorge ist, wie in den Kirchengemeinden Kirchwalsede und Brockel. 

Doch auch in Bothel läutet seit Wochen abends regelmäßig eine Kirchenglocke – obwohl es dort keine Kirche gibt. Stattdessen steht die Glocke auf einem Mauersockel und regengeschützt mit Holzbedeckung auf dem Anwesen der Familie von Dirk Precht, Leiter eines Kinderheimes, in Bothel.

„Die Kirche hat uns gebeten, an Glockengeläut-Aktion teilzunehmen, was wir gerne machen“, so Dirk Precht. Seitdem läuten Kinder des Kinderheimes oder Dirk Precht persönlich täglich abends die Glocke, die viele Jahrzehnte nach dem Krieg in der Rotenburger Stadtkirche hing und die Rotenburger Bevölkerung an den Kirchgang erinnerte. „Die Glocke haben Heinz Meyer und ich vor Jahren, als die Rotenburger Stadtkirche ein neues Geläut erhielt, gemeinsam ersteigert. Mit der Versteigerung hat damals die Stadtkirche die neuen Glocken mitfinanziert“, schildert Precht.

Seitdem steht die Glocke auf dem Anwesen der Familie Precht. „Im Krieg hat man damals die Original-Glocken eingeschmolzen und zu Munition verarbeitet“, berichtet Precht. „Durch die Corona-Zeit hat diese Glocke wieder eine Bestimmung gefunden. Solange diese Zeit andauert, läuten wir abends immer um 18 Uhr, an jedem Tag. Viele im Dorf findet das gut“, so der Botheler. „Dann weiß jeder, dass Abendbrotzeit ist.“

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