Bienen-Projektwoche an der Grundschule Hemslingen - Von Nina Baucke

Hilfe für Honiglieferanten

Die beiden Drittklässler Jördis und Jan sind begeistert von dem Bienenprojekt. Foto: Nina Baucke
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Hemslingen. Noch sind die Bienenbeuten am Rand der etwa 1.200 Quadratmeter großen Fläche leer. „Die stehen heute nur hier, damit die Kinder sich das alles vorstellen können“, sagt Kai Meisel. Um ihn herum buddeln und pflanzen Schüler der Hemslinger Grundschule. Anlass ist die Projektwoche, die mit dem Pflanztag endet und in der sich die Kinder mit dem Thema Bienen und ihrem Lebensraum auseinandersetzen.

„Wir machen jedes Jahr eine Projektwoche – und ein Umweltthema hatten wir schon lange nicht mehr“, erklärt Schulleiterin Nadja Köhler. Die Idee für das Thema kam von Kai Meisel und seiner Frau Marie, ihre Tochter besucht derzeit die dritte Klasse. „Wir hatten diese Wiese und dachten uns: Warum nicht etwas Nützliches damit anfangen? Denn es gibt immer weniger Raum für Bienen“, sagt Marie Meisel.

Ihr Mann und sie interessieren sich seit längerem für Bienen und kümmern sich zusammen mit Imkern um mehrere Bienenvölker in der Umgebung. „Wir wollen Interesse für Bienen wecken“, fügt ihr Mann hinzu.

Bei der Grundschule rannten sie offene Türen ein, vor allem bei Klaudia Lange: Die Lehramtsanwärterin übernahm die Organisation und hatte zugleich ein Thema für ihre Hausarbeit. „Es ist so ein aktuelles Thema und wichtig für Kinder, auch in Anbetracht des Bienensterbens. Wir haben die Möglichkeit, sie für Nachhaltigkeit zu sensibilisieren“, betont Lange.

Zwei Tage lang erarbeiten sich die Kinder in allen Jahrgangsstufen Wissen über die gelb-schwarz geringelten Honigproduzenten, erfahren vieles über den notwendigen Lebensraum, ihre Bedeutung für das Ökosystem, als auch über die Bedrohung, der sie ausgesetzt sind.

Am dritten Tag geht es in die Praxis: Im Brockwischenhus informiert Elli Döbler vom Imkerverein Rotenburg mit Stelltafeln über die Imkerei und führt einen Schutzanzug vor, während eine weitere Gruppe bei Patrick Müller einen Einblick in die Gewinnung des Honigs bekommt. „Wir sind echt erstaunt, welches Wissen die Kinder mitbringen, da sind schon richtige Bienenexperten dabei“, freut sich Köhler. „Irgendwie kamen wir in Zusammenhang mit dem Schutz für Bienen auch auf den Plastikmüll – und auch da merken wir, dass sich die Kinder damit beschäftigen.“

Und dann ist da die Wiese der Meisels, auf der die rund 70 Kinder inklusive der Schulkundschafter des Kindergartens und der Lindenklasse dann aktiv werden und ihren eigenen Beitrag zum Schutz der Bienen leisten. Gemeinsam mit Lehrerinnen, Erzieherinnen und dem Ehepaar Meisel setzen die Schüler etliche Schubkarrenfuhren an Pflanzen ein: Büsche wie Schlehe, Sanddorn und Schmetterlingsflieder, dazu Heide, Obstbäume und verschiedene Sträucher. Auch zwei kleine Teiche finden Platz auf dem Areal, „um die Bienen mit Wasser zu versorgen“, erklärt Kai Meisel. Die Balken des in der Mitte ebenfalls neu errichteten Schwalbenhotels sollen irgendwann von Kletterpflanzen und Wildem Wein umrankt sein. Auf der Fläche wollen die Kinder noch Blühmischungen streuen. Das ganze Areal umrahmen sie zudem mit einer dichten Hecke.

„Im Hochsommer blüht es überall, aber wir pflanzen hier bewusst auch Sträucher und Bäume an, die auch zeitig im Frühjahr und noch lange in den Herbst hinein blühen, um den Bienen möglichst lange eine Nahrungsquelle zu bieten.“ Und nicht nur den Honigbienen, sondern auch Hummeln, Wespen und Hornissen soll die Wiese eine Lebensgrundlage bieten.

Die Pflanzen selbst haben Spender zur Verfügung gestellt, manche mithilfe einer finanziellen Unterstützung, andere lieferten gleich passende Stauden an. Insgesamt sind es etwa 500 Pflanzen, deren Wurzeln die Kinder an diesem Tag ins Erdreich verfrachten. „Viele Kinder haben auch Saatgut mitgebracht“, sagt Marie Meisel erfreut. Der Vorteil des Projekts: „Sie selbst als auch folgende Schülerjahrgänge können diese Wiese bei ihrem Werdegang begleiten und erleben“, sagt Kai Meisel.

Dass die Projektwoche Wirkung zeigt, davon ist Lange überzeugt: „Ein Kind berichtete mir, dass es jetzt öfter mit dem Rad zur Schule fährt, ein anderes, dass es mit seinen Eltern mehr Blumen im Garten anpflanzt – speziell für Bienen“, erklärt sie. „Daran merke ich: Sie nehmen das Thema mit nach Hause, sie verstehen, dass auch sie es sind, die etwas für Bienen und das Ökosystem tun können.“

Autor

Nina Baucke Nina Baucke
 04261 / 72 -433
 nina.baucke@rotenburger-rundschau.de

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