16. Mai: In Wilstedt gibt es Kultur digital und Speisen zum Mitnehmen

Essen für den Kulturerhalt

Svenja Schicktanz aus Tarmstedt singt Songs aus Oper und Operette in Wilstedt. Foto: Britta Pautz
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Wilstedt (bb). „Neben dem Aspekt aktueller Solidarität mit besonders von den Einschränkungen der Pandemie betroffenen gesellschaftlichen Gruppen, ist davon auszugehen, dass Großveranstaltungen noch längere Zeit nicht in den bisher bekannten Formen möglich sein werden“, teilen Christel Kahrs, Manuela die Bari und Conrad Böhlicke von der Handelsagentur „artefakt“ in Wilstedt gegenüber der Runschau mit. Sie ergänzen: „Aber auch wenn sie wieder erlaubt sein werden, ist noch nicht ausgemacht, ob dann die Besucher und Besucherinnen das in ,Scharen’ auch nutzen werden. Auf mittlere Sicht werden wohl eher kleinformatige Veranstaltungen eine größere Chance haben, uns gemeinsam wieder in das Leben öffentlicher Begegnungen zurückzubringen.“

Artefakt möchte dazu mit dem Projekt „Kultur to go“ einen Beitrag leisten. Ihr Plan: eine kulinarisch-kulturelle Benefit-Matineé. Das Motto des Abends: „Sonntag bleibt die Küche kalt – wir essen für Kulturerhalt.“ Gedacht ist die Veranstaltung zur Unterstützung von Kulturschaffenden – freiberuflichen Künstlern und Künstlerinnen – aus der Region bis hin nach Bremen. Ihnen bietet artefakt eine Auftrittsmöglichkeit vor der eigenen Werkstattküche, die aktuell für Besucher und Besucherinnen allerdings nur digital zugänglich ist. Später, wenn die Außenbewirtung der Gastronomie wieder möglich ist, soll der Standort dann auf das Wiesengelände Am Bogen auf dem Löhberg wechseln. Dort soll dann neben der digitalen Begegnung auch eine begrenzte reale Teilnahme bei den Auftritten möglich werden.

Artefakt übernimmt dabei die organisatorische Vorbereitung und Durchführung, stellt die Räumlichkeiten der Bühne und Küche, das Equipment und die digitale Infrastruktur zur Verfügung sowie die damit verbunden Kosten. Weiterhin stellen die Organisatoren 500 Euro als Honorar-Grundpauschale für die auftretenden Künstler und Künstlerinnen bei jeder Matinee zur Verfügung.

Die erste Matinee ist geplant für Sonntag, 16. Mai, von 11 bis 14 Uhr in der artefakt-Küchenwerkstatt an der Löhbergstraße in Wilstedt auf dem eigenen Betriebsgelände.

A-cappella-Songs und Operettenmusik

Auftreten werden dann die vier Chorsängerinnen und -sänger des Bremer Opernchores, Martina und Allan Parkes, Gabriele Wunderer und Wolfgang von Borries. „Sie trotzen der beruflichen Auftrittsleere und gründeten ein Soloquartett zum Proben, nur mit privaten Auftritten nach den AHA-L Coronaregeln an verschiedensten Orten im Freien mit einem heiter, melancholischen A-cappella-Programm“, heißt es in der Ankündigung.

Nach diesen Anfängen haben sie sich jetzt auch einen Namen gegeben und sind als Vokalquartett Lindenbaum unterwegs. Ihr Repertoire besteht aus einer Mischung traditioneller Lieder wie „Heide-röslein“ oder „Am Brunnen vor dem Tore“ und alten Schlagern wie „Que sera, sera“ und „What a wonderful World“.

Ebenfalls auf der Bühne stehen, wird die gebürtige Tarmstedterin Svenja Schicktanz. Sie erwarb ihren Master of Music im Studiengang „Künstlerische Ausbildung Gesang“ für Lied, Oratorium und Oper an der HfK Bremen und stand als Sopranistin mit Auftritten am Alleetheater Hamburg und am Theater am Goetheplatz in Bremen vor einem erfolgversprechenden Start in ein musikalisches Berufsleben, als die Pandemie das vorerst beendete. „Zurzeit hält sich die junge Künstlerin mit branchenfremden Tätigkeiten über Wasser und freut sich auf den Auftritt, bei dem sie mit klassischer Musik aus dem Genre von Oper und Operette auftreten möchte“, so artefakt.

Wer den Nachmittag moderieren wird, steht noch nicht fest. „Zunächst wird an die Einwerbung von beruflich erfahrenen Moderatorinnen und Moderatoren beziehungsweise Persönlichkeiten gedacht, die das Projekt gern unterstützen würden und zunächst auch von Auftritt zu Auftritt wechseln können“, informiert der Veranstalter.

Geangelter Winter-Kabeljau

Da das Motto des Abends lautet „Sonntag bleibt die Küche kalt – wir essen für Kulturerhalt“, wird in der artefakt Werkstattküche am 16. Mai natürlich auch gekocht. Die Küchenchefin Christina Bolt vom Restaurant Wels im Ringhotel Munte am Stadtwald in Bremen, unterstützt von Barbara Stadler, bekannt vom Bremer Teller bei buten & binnen, als langjährige Slow-Food-Aktivistin und Mitglied der internationalen Köchevereinigung „Slow Food Chef Alliance“.

Als Speise zum Mitnehmen gibt es geangelten Winter-Kabeljau von Island, gebraten, mit einem warmen Salat von grünem und weißem Spargel mit Bärlauchpesto. In der vegetarischen Variante wird der Kabeljau durch vegane Linsenbratlinge ersetzt.

„Die Sonntagsspeisen und auch die zubereitenden Köche und Köchinnen wechseln bei jeder Matinee und orientieren sich an einer nachhaltigen, saisonalen und regionalen Küche“, teilt artefakt mit.

Produktlieferant und Gast der Matinee am 16. Mai ist Hans-Joachim Kunkel von der Räucherei in Klein Meckelsen. Er wird über seine Arbeit und das Besondere an dem Produkt erzählen.

Alle Informationen zu den teilnehmenden Restaurants, den Zutaten für die Einkaufsliste, der Streaming-Code für die Teilnahme, dem Programm und der Möglichkeit der elektronischen Einzahlung von Kleinspenden für die Honorare der Kulturschaffenden können auf www.artefakt.eu abgerufen werden.

Autor

Björn Blaak Björn Blaak
 04261 / 72 -435
 bjoern.blaak@rotenburger-rundschau.de

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