108 Flüchtlinge erreichen Vissehövede / Landkreis prüft Optionen

„Sind gut vorbereitet“

Die Kapazitäten der Kaserne Lehnsheide sind noch nicht vollends erschöpft.
 ©Christine Duensing

Visselhövede (nin). Gestern Vormittag sind in der Notunterkunft in der Kaserne in Visselhövede weitere 108 Flüchtlinge eingetroffen. Das teilte Christine Huchzermeier, Pressesprecherin des Landkreises, mit. Die Flüchtlinge waren nach einem dritten Amtshilfeersuchen des Landes Niedersachsen in den Landkreis geschickt worden. Die Kommune rechnet in den kommenden Wochen mit weiteren Flüchtlingen und hat verschiedene Optionen zur weiteren Unterbringung geprüft.

Insgesamt sind jetzt 466 Flüchtlinge im Rahmen der Amtshilfe in der Notunterkunft in der Kaserne Lehnsheide eingetroffen, davon sind einige bereits wieder weitergereist. Die Einrichtung hat eine Kapazität von 400 Personen, und wäre jetzt eigentlich voll belegt. Doch viele Flüchtlinge bleiben nicht langfristig, sondern reisen in andere Länder oder Ziele innerhalb Deutschlands weiter. Da die Flüchtlinge nicht offiziell registriert sind und somit auch keinen Asylantrag stellen können, unterliegen sie nicht der Residenzpflicht. Sie müssen also nicht im Landkreis bleiben. Zurzeit befinden sich ungefähr 330 Flüchtlinge in der Kaserne, diese Zahlen ändern sich täglich. „Die Stimmung ist gut, bisher gibt es keine Probleme“, sagt Huchzermeier gegenüber der Rundschau.

Der Landkreis rechnet damit, dass auch in den nächsten Wochen weitere Busse mit Flüchtlingen aufgenommen werden müssen. Für den Fall, dass die Kaserne in Visselhövede voll belegt ist, hat die Kommune weitere Optionen geprüft. Zwei davon sind in die erste Auswahl gekommen, zum einen die Sporthalle der BBS in Zeven, zum anderen die Jugendherberge in Rotenburg. Ob und wann die Sporthalle benötigt wird, hängt von der aktuellen Situation ab. Landrat Hermann Luttmann erklärt laut Pressemitteilung dazu: „Da die Flüchtlingszahlen täglichen Schwankungen unterworfen sind und wir nicht wissen, wann und wie viele Flüchtlinge in Zukunft noch untergebracht werden müssen, halten wir uns verschiedene Optionen zur Unterbringung offen.“ Viele Landkreismitarbeiter und engagierte freiwillige Helfer seien nötig, um Betten zu transportieren, aufzubauen und die Logistik vor Ort einzurichten. „Ob wir die Sporthalle in Zeven nutzen, kann ich heute noch nicht sagen“, so Luttmann. Die Betten werden zunächst in einem Drittel der Sporthalle gelagert, die restliche Fläche kann weiterhin für den Schul- und Vereinssport genutzt werden. Ab Mitte November kann der Landkreis zusätzlich Flüchtlinge in der Jugendherberge in Rotenburg unterbringen. Über die mögliche Notunterkunft in Zeven informiert Landrat Hermann Luttmann Interessierte am Donnerstag, 29. Oktober, um 19.30 Uhr auf einer Informationsveranstaltung im Saal des Zeven Rathauses. „Ich möchte noch einmal allen freiwilligen Helfern für ihre großes Engagement danken“, betont Luttmann. „Bisher konnten wir alle im Landkreis ankommenden Flüchtlinge gut unterbringen. Viele freiwillige Helfer haben sich bei uns gemeldet, um uns bei unserer Arbeit für die Flüchtlinge zu unterstützen. Auch mit den Gemeinden arbeiten wir eng und gut zusammen. Auf einen weiteren Flüchtlingsstrom sind wir also gut vorbereitet.“ Dennoch hofft der Landkreis auf weitere Helfer, zunächst für die Unterkunft in Visselhövede. Wer sich in der Kleiderkammer engagieren möchte, meldet sich per E-Mail unter ehrenamt@lk-row.de. Aber auch der Sanitätsdienst sucht noch Ehrenamtliche: rettungsdienst@lk-row.de.

Autor

Nina Baucke Nina Baucke
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 nina.baucke@rotenburger-rundschau.de

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