Klostergut: Info-Abend zum Waldkindergarten gut besucht

„Natur ist Gruppenraum“

Burgsittensen (mey). Auf dem Gelände des Klostergutes Burgsittensen soll ein Waldkindergarten auf dem Bauernhof eingerichtet werden - in Trägerschaft der Genossenschaft Kita Natura eG. 15 Betreuungsplätze für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren sind vorgesehen. Die Inbetriebnahme ist für den 1. Oktober geplant.

Anne-Marie Muhs vom Genossenschaftsvorstand und Hannah Wedemeyer vom Klostergut als Koordinatorin hatten jetzt zu einem Info-Abend in den Räumlichkeiten des Jagdschlosses eingeladen. Etliche Eltern waren gekommen und ließen sich interessiert über das Konzept aufklären. Seit etwa zwei Jahren laufen bereits die Planungen zur Umsetzung des Vorhabens. Zunächst war noch die Rede von einem Naturkindergarten. „Per Gesetz sind solche Einrichtungen in Niedersachsen nicht möglich“, wusste Muhs, Ökotrophologin und Montessori-Pädagogin, mitzuteilen. Sie hat 1999 den ersten Bauernhofkindergarten auf dem eigenen Bio-Hof in Krummbek in Schleswig-Holstein gegründet. Dort fügen sich nach ihren Worten Hofbetrieb, Bioschlachterei und Kindergarten harmonisch zusammen. „Die Kinder erleben die Abläufe des landwirtschaftlichen Betriebes hautnah mit allem Drum und dran mit, helfen aktiv mit, lernen Nutztiere und den Umgang mit ihnen kennen und erfahren vor allem, wo die Lebensmittel herkommen. Gerade im Alter von drei bis sechs Jahren befinden sich die Kinder in der Entdeckerphase und wollen mit allen Sinnen alles erleben und wahrnehmen. Was sie auf einem Bauernhof erleben, macht mehr Spaß, als mit Bauklötzen zu spielen“, befand Muhs, die auf einem Milchviehbetrieb in einem kleinen Dorf groß geworden und Mutter von fünf Kindern ist.

Die zwei Komponenten Waldkindergarten und Bauernhof sagen nach ihren Worten aus, was Grundlage des Konzeptes ist. „Die Natur ist der Gruppenraum, die Kinder können ökologische Kreisläufe unmittelbar erleben und ein Bewusstsein für den Ursprung der Lebensmittel entwickeln. Sie genießen eine nachhaltige und ganzheitliche Bildung“, führte die Genossenschaftsvorsitzende aus. Zwar halten sich die Kinder überwiegend im Freien auf, aber natürlich gibt es einen Schutzraum.

Dazu wird ein Tannhäuschen, eine mobile, rund 28 Quadratmeter große Naturholz-Hütte, angeschafft. Das Klostergut ist laut Muhs ein „wunderschöner Standort“ für das Projekt und bietet ideale Voraussetzungen, da dort bereits erprobte, pädagogische Angebote bestehen, denn Hannah Wedemeyer und ihre Mutter Sigrid Wülpern haben sich 2017 zu Bauernhofpädagoginnen weitergebildet. „Hier können Kinder nach unserem Konzept bei Hühnern, Ziegen und Kaninchen glücklich werden“, ist Muhs überzeugt. Sie wies auch auf den sogenannten „Stalleffekt“ hin. Demnach entwickeln Kinder deutlich weniger Allergien, wenn sie sich in Ställen aufhalten und Tierkontakt haben. „Ein Bauernhof ist quasi ein Immuntrainingslager.“ Damit sich die Kinder sicher im Freien bewegen können, ist ein abgegrenztes, rund 600 Quadratmeter großes Außengelände vorgesehen.

Nach niedersächsischem Kita-Gesetz darf ein Naturkindergarten nicht mehr als 15 Plätze vorhalten, ebenso ist die Betreuungszeit auf fünf Stunden von 8 bis 13 Uhr beschränkt. Demnach wird es keine warme Mahlzeit geben. Der Name der Einrichtung soll „Burgwichtel“ lauten.

Die Genossenschaft wird das Personal einstellen und ist damit Arbeitgeber. Vorgesehen sind eine Leitung und zwei weitere Fachkräfte, die in Voll- und Teilzeit arbeiten. Bewerbungen seien bereits eingegangen.

Erste Anmeldeformulare wurden beim Info-Abend schon verteilt, Eltern können sich aber bei Interesse weiterhin noch melden. Da in Niedersachsen keine Gebühren mehr für die Betreuung von Kindergartenkindern bezahlt werden müssen, gilt das auch für den Besuch des Waldkindergartens auf dem Bauernhof. Allerdings müssen Eltern Mitglied der Genossenschaft werden und einmalig einen Anteil von 350 Euro zeichnen. Dieser ist zum Ende der Kindergartenzeit jedoch wieder kündbar.

„Sie dürfen Ihren Anteil aber gerne auch in der Genossenschaft lassen, denn wir möchten bundesweit weitere Bauernhofkindergärten aufbauen und investieren auch in die Aus- und Fortbildung von Natura-Pädagogen“, wandte sich Muhs an die anwesenden Eltern. Abschließend führte Hannah Wedemeyer die Besucher über das Klostergut, zeigte den vorgesehenen Bereich für das Kindergartengelände und stellte auch die Tiere des Hofes vor.

Kontakt: kontakt@kita-natura.de, info@klostergut-burgsittensen.de

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