Rente wie in Schweden - ist so ein Modell auch für Deutschland denkbar?

Altersvorsorge – das sieht in Schweden deutlich anders aus als hierzulande. Die Debatte über das bessere Rentenmodell ist noch immer aktuell.

Drei Säulen – weniger Sorgen? Nicht zum ersten Mal blicken manche Deutsche (teils neidisch, teils äußerst kritisch) auf das schwedische Rentensystem. Dort besteht die Rente* aus drei Teilen: Es gibt eine staatliche Grundrente, dazu kommt die Betriebsrente und darüber hinaus die private Altersversorgung. 16 Prozent ihres Bruttoeinkommens müssten Arbeitnehmer dort in das staatliche Rentensystem einzahlen, heißt es in einem Bericht auf Focus Online (Stand: Oktober 2019) – es sei wie die gesetzliche deutsche Rentenversicherung umlagefinanziert. 2,5 Prozent würden daneben als private Altersvorsorge „zwangsweise“ in Altersvorsorgefonds fließen, was nach dem Kapitaldeckungsverfahren funktioniere. Sprich, es wird ein Kapitalstock aufgebaut. Die Idee dahinter sei, so heißt es weiter in dem Bericht, dass regelmäßige Erträge wie beispielsweise Dividenden die monatlichen Auszahlungen finanzieren – und im Idealfall der Kapitalstock unangetastet bleibe. Wäre so ein (ähnliches) Modell auch in Deutschland denkbar?

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Rentensystem in Schweden – ähnliches Modell in Deutschland denkbar?

In Deutschland wurde bereits vor einigen Jahren ein Modell unter dem Namen „Deutschlandrente“ diskutiert. Ein aktueller Beitrag auf tagesschau.de greift das Thema erneut auf und beschreibt es als das seinerzeit „von den Ökonomen Knabe und Weimann und der Hessischen Landesregierung" entwickelte Konzept. „Danach wird jeder, der sich nicht aktiv äußert, über eine zusätzliche, private Altersvorsorge verfügen. Da es aber jederzeit möglich ist, die Vorsorge abzuwählen, wird die persönliche Entscheidungsfreiheit nicht beeinträchtigt“, zitiert der Beitrag Knabe und Weimann. Oder anders gesagt: Arbeitnehmer zahlen in einen Sparplan ein – sofern sie nicht explizit widersprechen.

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Debatte um „Deutschlandrente" ist nicht neu

Wie eine sogenannte Deutschlandrente funktionieren könnte? In einem Bericht auf Welt.de von 2019 wurden die vor wenigen Jahren unter diesem Namen viel diskutierten Vorschläge unter anderem so erklärt: Demnach könne, so die Idee dahinter, auch Deutschland einen Staatsfonds schaffen, und jeder Arbeitnehmer, der nicht explizit widerspreche, würde einen Teil seines Lohns darin einzahlen, so der Gedanke. Der Fonds würde von der Deutschen Rentenversicherung verwaltet – zum Selbstkostenpreis ohne Gewinnabsichten – dadurch wären die Kosten extrem gering. Der Staat würde zusätzlich für die Auszahlung bürgen. Von dieser Idee ist bis heute bekanntlich nichts geworden.

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Renten-Debatte – Kritik am "Nudging"-Konzept

Denn es gebe durchaus Kritiker, heißt es dazu in dem aktuellen Bericht auf tagesschau.de, der mit Blick auf die Rentendebatte an das von Wirtschaftsnobelpreisträger Richard Thaler entwickelte „Nudging“-Konzept erinnert, wonach eine kleine Veränderung oft viel bewirken kann. Der US-Verhaltensökonom wurde am 12. September 75 Jahre alt. In Bezug auf die private Altersvorsorge könnte sein Konzept des „Nudging“ allerdings aktueller sein denn je, wenn es darum geht, etwas Neues anzustupsen, so der Tenor des Beitrags unter dem Titel „Ein kleiner Stups (englisch: nudge) für eine größere Rente“. Eine solche großartige Veränderung beim Modell der Rente gab es bisher nicht. Nicht wenige würden darin eine Bevormundung des Bürgers sehen, heißt es in dem Beitrag.. (ahu)*merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Quellen: Focus,de; boerse.ard.de; Welt.de

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