Visselhöveder sehr zufrieden mit Entwicklung der Oberschule - Von Thomas Hartmann

Lernen auf jeder Ebene

27.04.2012
Anja Heldberg, Monja Hörl, Sinje Kastrup (didaktische Leitung), Gerd Dyck (Schulleiter) und Frank Uhrhammer (von links) von der Arbeitsgruppe zur Einführung der Oberschule in Visselhövede             Foto: Hartmann
Anja Heldberg, Monja Hörl, Sinje Kastrup (didaktische Leitung), Gerd Dyck (Schulleiter) und Frank Uhrhammer (von links) von der Arbeitsgruppe zur Einführung der Oberschule in Visselhövede Foto: Hartmann
 ©Rotenburger Rundschau

Im vergangenen Sommer wurde die Oberschule in Visselhövede eingeführt. Eine intensive Phase der Planung und Eingewöhnung liegt hinter Lehrern, Schülern und Eltern. Jetzt zog die Arbeitsgruppe, die sich zur Vorbereitung gebildet hatte, eine erste Bilanz. Und die fällt ausgesprochen positiv aus. Fazit: Die Integration läuft hervorragend und soll nun noch intensiviert werden.

Gestartet war die Schule mit einer schulformbezogenen Klassenbildung im Jahrgang fünf. Ein Kompromiss zwischen dem eigentlich gesetzten Ziel und den kurzfristig umsetzbaren Möglichkeiten, wie die Verantwortlichen betonen. Und zwar ein Kompromiss, der sich im Nachhinein als zum Teil schwierig herausstellte. Nicht, weil der integrative Unterricht in den vorgesehenen fünf Fächern nicht funktioniere, sondern weil die Schüler dadurch zehn Stunden aus ihrem Klassenverband gerissen werden. Besser wäre von vornherein eine Klassenbildung unabhängig von der Schullaufbahnempfehlung gewesen, wie jetzt deutlich wird. Und darum soll nach den Sommerferien genau so verfahren werden. Und die Lehrer? "Da gab es anfangs einige, die sich eine integrative Beschulung nur schwer vorstellen konnten“, gibt Schulleiter Gerd Dyck zu. Inzwischen sei die aber eine Selbstverständlichkeit geworden. Und nach einer entsprechenden Weiterbildung der ersten Hälfte der Lehrerschaft ist die Begeisterung für das neue Lernkonzept groß. Dyck: "Das ist verblüffend. Ich frage mich manchmal, ob ich nicht 30 Jahre etwas falsch gemacht habe. Das Prinzip ist so einleuchtend, da fällt es einem wie Schuppen von den Augen.“ Was dahinter steht, erläutert die designierte didaktische Leiterin der Oberschule, Sinje Kastrup: "Beim kooperativen Lernen beschäftigt sich zu Beginn der Unterrichtseinheit jeder alleine mit dem Inhalt. Anschließend wird in Zweier- bis Vierergruppen daran gearbeitet. Schließlich präsentiert ein zufällig aus der Gruppe ausgewählter Schüler das Thema.“ Sie gibt ein Beispiel aus dem Deutschunterricht: "Für die Erfassung von Texten nutzen wir das Lesekarussell. Einer liest der Gruppe im Flüsterton vor, einer überlegt sich zu dem Abschnitt zwei Fragen, einer muss diese beantworten und der Letzte bildet eine Überschrift für das Kapitel. Dann dreht sich das Karussell weiter, sodass jeder einmal jede Funktion ausüben muss.“ Die Ergebnisse überzeugen. Dyck: "Für alle Fächer gilt: Jeder Schüler ist von Anfang an an der Arbeit.“ Unterstützt wird das Konzept durch die Einführung des Doppelstunden-Prinzips: "Wir verzichten in vielen Fächern auf die kleine Pause und unterrichten dann 90 Minuten am Stück. Dafür haben die Schüler dann in der Regel nicht fünf oder sechs verschiedene Fächer am Tag, sondern vielleicht drei oder vier. Da lässt sich ein Thema wesentlich besser vertiefen.“ Kastrup erläutert: "Das sind einfache Dinge, die großen Effekt bringen.“ Die Fortbildungen werden in einem zweiten Zug alle Kollegen durchlaufen. "Da ziehen auch die Eltern prima mit“, lobt Dyck, der das Geld für diese Maßnahme gerne investiert. "Es ist uns über Sinje Kastrup gelungen, Kontakt zur didaktischen Leiterin der Ernst-Bosch-Gesamtschule zu bekommen. Das ist die Schule, die jüngst als beste Schule ausgezeichnet wurde.“ Sie leitet die Fortbildung. Außerdem steht die Visselhöveder Oberschule in Kontakt mit allen Oberschulen des Landkreises: "Wir wollen aus guten Beispielen lernen.“ Und die Visselhöveder Einrichtung ist eine, die in diesem Kreis für reichlich Input sorgt. So begeisterte die anderen Schulleiter beispielsweise das Konzept des Nachmittagsunterrichts, das in Visselhövede entwickelt wurde. "Wir haben den verbindlichen Nachmittagsunterricht auf einen Tag festgelegt. Die Schüler können dann aus dem Angebot von rund 40 Arbeitsgemeinschaften die für sie richtige für mindestens einen weiteren, wenn sie wollen aber auch für jeden weiteren Tag wählen“, erklärt Dyck. Auf dem Weg hin zu diesem Ergebnis habe es regelmäßige Sitzungen mit Eltern, Schülern und Lehrern gegeben. Anja Heldberg berichtet aus dieser Arbeitsgruppe: "Wir sind dankbar, dass wir in der Findungsphase so eng mitarbeiten durften. Es ist toll, wie viel schon läuft, das die Schule lebens- und liebenswert macht.“ Kastrup ergänzt: "Das war beileibe nicht immer nur harmonisch. In der Gruppe haben wir uns auch gefetzt, aber immer wieder zusammengefunden.“ Und so soll auch in der Zukunft diese Kooperation fortgesetzt werden. Nach einer geeigneten Form wird derzeit gesucht. Sicher ist aber: Es gibt immer eine Menge zu besprechen, denn die Schule ist nicht am Ziel angekommen. "Wir sind auf dem Weg. Und der führt ganz von alleine in Richtung IGS. Denn die Ergebnisse überzeugen. Wir versuchen, alle mitzunehmen und haben festgestellt: Das ist Lernen auf jeder Ebene“, so Dyck.

Kultursommer
Kultursommer "Leuchtfeuer" - Samstag
Fotos: Sebastian Döring / Maria-Theresia Schiroky

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20.08.2016

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