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Appell verabschiedet

150 Gäste bei Elektrosmog-Kongress in Berlin

Foto zum Artikel: Appell verabschiedet
Der Verein Region Intakt lud zu einem Kongress in Berlin, der sich mit dem Thema Elektrosmog befasste
08.10.2008 13:00:00
Stapel/Berlin. 
(az). Wissenschaftler, Ärzte, Journalisten, Betroffene und Interessierte folgten der Einladung des Stapeler Vereins Region Intakt, der in Berlin einen Kongress zum Thema Elektrosmog organisierte. 150 Gäste zählten die Veranstalter um Cyrus Sadri, der im Anschluss positive Bilanz ziehen konnte.


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Aus ganz Deutschland sowie aus der Schweiz und Österreich waren Gäste angereist. "Eine solche Veranstaltung ist sehr selten im deutschsprachigen Raum“, erklärt Sadri. "Viele Gäste waren sehr dankbar, dass das Thema Elektrosmog in den Mittelpunkt gerückt wurde.“ Sechs Experten informierten einen Tag lang über verschiedene Aspekte der Mobilfunkstrahlung und deren Auswirkungen auf den Menschen.

Zu den Referenten gehörten Dr. Lebrecht von Klitzing (Medizin-Physiker), Professor Dr. Franz Adlkofer (Verum Foundation), Dr. Hans-Christoph Scheiner (Arzt), Johannes Schmidt (Baubiologe), Professor Dr. Michael Kundi (Universität Wien) und Siegfried Zwerenz vom Verein Bürgerwelle, der als Betroffener berichtete.

Während die meisten Vorträge medizinisch und wissenschaftlich ins Detail gingen, informierte der Baubiologe Johannes Schmidt, der für den erkrankten Wolfgang Maes einsprang, über den politisch-juristischen Hintergrund des Themas.

Während des ganzen Tages war ein Fernsehteam des Senders Arte vor Ort, das den Kongress mitschnitt und Interviews führte. Neben dem Thema Handystrahlung war auch die Internetverbindung W-Lan im Gespräch, die ebenso kristisch beleuchtet wurde. "Wer ins Internet gehen will, soll das tun. Aber bitte nicht drahtlos“, war das Resümee von Siegfried Zwerenz von dem Verein Bürgerwelle. W-Lan greife durch seine Taktung in besonderem Ausmaß die menschlichen Zellen an.

Neben dem umfangreichen Vortragsprogramm hatten die Besucher die Möglichkeit, sich im Foyer an verschiedenen Ständen zu informieren und Literatur zu dem Thema zu erwerben. Der Verein Region Intakt konnte sich über die ein oder andere Spende freuen, die in eine weitere Mobilfunk-Infoveranstaltung in Sottrum investiert werden soll.

Im Verlauf des Kongresses einigten sich die beteiligten Referenten darauf, einen Appell zu verabschieden. Mit dem Hintergrund, dass die Mobilfunkindustrie behauptet, dass Mobilfunk bei Einhaltung der Grenzwerte sicher sei, fordern die Wissenschaftler verantwortungsbewussten Umgang mit Mobilfunk und die damit verbundene Senkung der Grenzwerte und den Schutz der Bevölkerung vor Langzeitfolgen.

Die Referenten weisen darauf hin, dass bei der Festsetzung der aktuellen Grenzwerte ausschließlich der temperaturerhöhende Effekt berücksichtigt werde, nicht jedoch die biologische Wirkung auf den menschlichen Körper. Die international publizierte wissenschaftliche Datenlage werde unter dem Vorwand ignoriert, dass außer einem thermischen Eintrag kein Wirkungsmodell existiere und somit wissenschaftliche Aussagen nicht dem derzeitigen Wissen entsprächen. Zahlreiche unabhängige Wissenschaftler in aller Welt warnten jedoch vor auf Empfehlungen der Industrie zurückgehende politischen Fehlentscheidungen.

"Wir appellieren an die politischen Verantwortlichen, einen Vorsorgewert für gepulste Mikrowellenstrahlung zu erarbeiten, der der drohenden biologischen Langzeitwirkung Rechnung trägt“, heißt es in dem Schreiben. Und: "Insbesondere junge Menschen, deren Gehirne und Nervensysteme sich noch im Entwicklungsstadium befinden, sind vor den unvorhersehbaren Folgen der Mobilfunkstrahlung zu schützen. Die Unverletzbarkeit des Wohnraums muss in Zukunft gewährleistet werden – eine flächendeckende Telekommunikationsversorgung ist innerhalb geschlossenen Wohnraums durch Festnetzanschlüsse beziehungsweise kabelgebundene Lösungen bundesweit flächendeckend gegeben.“

Demnächst wird eine DVD veröffentlicht, auf der eine Zusammenfassung des Kongresses zu sehen sein wird. Weitere Infos gibt es im Internet unter www.elektrosmog2008.de und www.region-intakt.de. © Rotenburger Rundschau GmbH & Co. KG

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