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Gesamtschulen: SPD fordert Aktion des Landrats
"Gesetz ist eine Katastrophe für den ländlichen Raum“
Bernd Wölbern
Landkreis Rotenburg. (r/rm). Der Gesetzentwurf der Niedersachsen-CDU zur Schulgesetznovelle ist eher ein Gesamtschul-Verhinderungs-Entwurf und somit wenig hilfreich für das ländliche Umfeld“, sagt die SPD-Fraktion im Rotenburger Kreistag. Abgeordnete Barbara Frömming: "Eine Katastrophe für etliche Schulstandorte im ländlichen Raum. Ich erwarte, dass der Landrat sich an die Spitze der Bewegung setzt und die notwendigen Korrekturen einfordert.“
Laut den kommunalen Spitzenverbänden solle ein Schulangebot möglichst wohnortnah zur Verfügung gestellt werden, berichtet Frömming. Nach dem vorliegenden Gesetzentwurf aber seien Gesamtschulgründungen in weiten Teilen des Landes nach Meinung des Städtetages unmöglich.
Frömming fordert eingehende Abstimmungen zwischen den betroffenen Schulträgern. "Der Landkreis muss hier die Federführung übernehmen. Gnarrenburg, Geestequelle, Sittensen, Visselhövede und auch Sottrum würden sicher eine konzertierte Aktion begrüßen.“
Fraktionskollege Volker Kullik geht ins Detail: "Wer im Gesetz die Fünfzügigkeit von Gesamtschulen (im Ausnahmefall vierzügig) festschreiben will, der hängt die Fläche wissentlich ab. Bei zurückgehenden Schülerzahlen und einem weiteren Ausbluten der Hauptschulen laufen Realschulen und Gymnasien über. Fakt ist, dass die wenigen Gymnasialstandorte im Landkreis Rotenburg zu Riesensystemen mutieren, deren Ausbau den Landkreis eine Stange Geld kosten wird. Der Landrat selbst spricht von zweistelligen Millionenbeträgen. Gleichzeitig steht in den Gemeinden zunehmend Schulraum leer und die Standorte sind insgesamt gefährdet. Da kann viel Geld gespart werden, wenn man es ernst meint.“
Die Sozialdemokraten im Kreistag fordern eine Initiative des Landkreises und des Landrates in Richtung Landesregierung, der ja die beiden hiesigen Minister Hans-Heinrich Ehlen und Mechthild Ross-Luttmann angehören. Fraktions-Chef Bernd Wölbern: "Die SPD bietet ihre Unterstützung an und wird den Landkreis und die Mehrheitsfraktion an ihrem Handeln messen. Ankündigungen gab es in der Vergangenheit genug.“ Ein zukunftsweisendes Schulkonzept komme an weiteren Gesamtschulen gar nicht vorbei. Das zu verleugnen, sei fahrlässig. Andere Landkreise seien schon erheblich weiter.
Wer die "Schule im Dorf“ behalten wolle, der müsse sich ernsthaft Gedanken machen, fordert Wölbern. Sicher könne nicht an jedem aktuell diskutierten Standort eine Gesamtschule mit Oberstufe entstehen, aber neben der Möglichkeit zur Schaffung von Gesamtschulen bis zum Sek-I-Abschluss wären auch Lösungen über kommunale Grenzen hinweg denkbar. Ein zweizügiges gymnasiales Angebot sei auf diese Weise zum Nutzen aller – Kinder, Eltern, Lehrer, Gemeinden und Landkreis - fast flächendeckend machbar.
© Rotenburger Rundschau GmbH & Co. KG
Landtagswahlen 2003
- Porträt Mechthild Ross-Luttmann
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Landtagswahl 2008
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- Porträt Bernd Wölbern












