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Konzept setzt auf eigenes Entdecken
Weitere Attraktion für Naturfreunde: "Erlebniszone" im Tister Bauernmoor geplant
Tiste. (bn). Das Tister Bauernmoor zwischen Burgsittensen und Stemmen, durch den Landkreis vor drei Jahren unter Naturschutz gestellt, hat sich zu einem Magneten für Naturfreunde entwickelt. Ein 6,50 Meter hoher Beobachtungsturm ermöglicht einen fantastischen Blick über weite Wasserflächen und auf eine vielfältige Vogelwelt vom Kranich über Enten und Gänse bis hin zum Seeadler. Jetzt ist geplant, eine so genannte Moorerlebniszone einzurichten, und zwar im Bereich eines circa 500 Meter langen und zwischen 100 und 150 Meter breiten "Handtuchs", das an dem kürzlich eingerichteten Moorbahnhof beginnt.
Knüppeldamm, über dessen rund 6.500 Holzstämme die Besucher zum etwa 800 Meter entfernten Turm gelangen und den Schmalspurgleisen der Moorbahn, die vom Moorbahnverein betrieben wird und mit der man ebenfalls die Aussichtswarte erreicht. In der Schutzgebietsverordnung wurde dieser Bereich für die geplante Moorerlebniszone freigestellt - eine Fläche, die abgeholzt wurde und jetzt wieder zu Moor werden soll.
Ideenträger Forstoberrat Jürgen Cassier, Leiter der Naturschutzbehörde, erläutert: "Naturschutz hat nicht nur den gesetzlichen Auftrag, die natürlichen Lebensgrundlagen des Menschen zu sichern und zu entwickeln, sondern auch für eine nachhaltige, naturverträgliche Erholung des Menschen zu sorgen." An einen Rummelplatz sei selbstverständlich nicht gedacht. Der Besucher solle vielmehr die Möglichkeit haben, auf relativ engem Raum die Zurückentwicklung zum Moor hautnah zu erleben.
Neben Beobachtungsturm, Moorbahn und Naturinformationszentrum soll die Moorerlebniszone einen weiteren sehr interessanten Aspekt für Naturfreunde bieten. Auf dem Areal befinden sich alte Handtorfstiche, die sich langsam wieder mit Regenwasser füllen, es gibt aber auch höher gelegene und damit trockene Bereiche. Cassier: "Angesichts der Tatsache, dass es im Landkreis Rotenburg und auch in benachbarten Landkreisen bereits Moorlehrpfade gibt, schwebt mir vor, hier weniger die Lehre und Information über die ökologischen Zusammenhänge zu vermitteln, sondern der Anschaulichkeit mehr Geltung zu verschaffen. Verzichten möchte ich dabei auf Lehrtafeln, die meiner Meinung nur relativ wenige Besucher lesen."
Nach Cassiers Vorstellungen sollen gut begehbare Pfade quer durch die Erlebniszone den Besuchern die Möglichkeit geben, die Natur und die Schönheiten des Moores selbst zu entdecken.
Errichtet werden soll unter anderem ein einfaches überdachtes Moorhaus mit Sitzmöglichkeiten, in dem Schulklassen Unterricht erteilt werden kann. Außerdem, angelehnt an historische Bauwerke, zwei bis drei kleine Hütten, die Schutz vor Regen bieten. Familien und kleinen Gruppen sollen rustikale Tische und Bänke zum Picknicken zur Verfügung gestellt werden. Geplant sind außerdem "aktive Spiele im Moor" im Bereich des Lokschuppens.
Informationsmaterial über das Hochmoor soll erarbeitet werden. Buchstaben und Zahlen auf unauffälligen Tafeln sollen demjenigen Hinweise geben, der sich informieren möchte und ausführlichere Texte in einem kleinen Führer findet.
Wichtig sei, so Cassier, dass das vorhandene natürliche "Erlebnisgerüst" erhalten bleibe und auch bei starker Inanspruchnahme den Rahmen und die Grenze bilde. Der Landkreis habe inzwischen eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, zu der Vertreter der Naturschutzverbände, des Moorbahnvereins, der Gemeinde Tiste und des Verkehrsvereins Sittensen gehörten. Das erste Treffen sei noch im April geplant und habe das Ziel, zur Erlebniszone passende Inhalte zu schaffen.
Die Arbeiten lassen sich nach Cassiers Vorstellungen nur in Eigeninitiative verwirklichen und werden sich über einen längeren Zeitraum erstrecken. Die Wiedervernässung, so der Forstoberrat, sei bereits eingeleitet. Der Bau der neuen Wege, teilweise über Wasserflächen hinweg, werde sich anschließen. "Unser grundsätzliches Ziel ist es, dass die Menschen sich möglichst lange im Moor aufhalten", betont er.
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