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Fremdenverkehr sichern
Gemeinderat Sittensen erörtert Raumordnungsprogrammentwurf
Sittensen. (mey). Der Entwurf des Regionalen Raumordnungsprogrammes (RROP) für den Landkreis Rotenburg war Gegenstand einer längeren Diskussion im Rat der Gemeinde Sittensen. Drei Schwerpunkte: die Funktionszuweisung Fremdenverkehr, die Aktivierung der Bahnstrecke Zeven-Sittensen-Tostedt und eine Ortsumfahrung für Sittensen.
Schon im Planungsausschuss waren diese Themen ausführlich beraten worden. Allerdings ohne eine konkrete Beschlussempfehlung zu fassen, wie Ausschussvorsitzender Diedrich Höyns (SPD) einräumte. Er wies darauf hin, dass Sittensen als Standort für Erholung mit den Schwerpunkten Sicherung und Entwicklung von Wohn- und Arbeitsstätten aufgeführt sei.
Die SPD-Gemeinderatsfraktion hatte ein Schriftstück zu den Themenbereichen erarbeitet und machte deutlich, dass die Gemeinde Sittensen ein umfangreiches Angebot für den Tourismus vorhalte (Wassermühle, Handwerkermuseum, Heimathaus, Wanderwegenetz entlang der Oste).
Stefan Tiemann von der Verwaltung machte darauf aufmerksam, dass eine Aufnahme des Punktes Fremdenverkehr ins Raumordnungsprogramm eine Verpflichtung zur Sicherung und Weiterentwicklung bedeute. "Wie viele Leute kann Sittensen überhaupt unterbringen?", fragte er. Bisher hätten nur Bremervörde, Fintel und Visselhövede diese Funktionszuweisung. Er befürchtet außerdem eine "Beschneidung der Gewerbeentwicklung".
Diskutiert wurde auch über die Aktivierung der Bahnstrecke Zeven-Sittensen-Tostedt. Während die SPD (wie im RROP bereits festgehalten) statt dessen die Buslinie von Sittensen nach Buxtehude reaktivieren möchte, streben die Christdemokraten die Wiederaufnahme des Schienenverkehrs an. Den entsprechenden Antrag stellte Gerhard Grimm. Sämtliche ergänzenden Maßnahmen wie der Ausbau der Buslinie seien jedoch zu begrüßen. Grimm: "Der öffentliche Nahverkehr muss dringend ausgebaut werden. Dies ist eine Zukunftsaufgabe".
Klaus Huhn (SPD) bekräftigte, er sehe eine Aktivierung der Bahnstrecke als nicht "realistisch an, da kein Güter- und Personenverkehr mehr stattfinde. Auf weitere Investitionen solle man besser verzichten. "Wer nicht kämpft, hat schon verloren, bevor er anfängt", entgegnete Grimm. Schließlich verständigte sich das Gremium darauf, die Aktivierung offen zu halten????.
Des weiteren beantragte die CDU die Zuweisungsfunktion Fremdenverkehr. Grimm wies darauf hin, dass in diesem Falle EU-Fördermittel zu bekommen seien. Auch eine Ortsumfahrung Sittensens erachten die Christdemokraten als dringend nötig. "Gewerbe und Wohnen wird immer mehr", erinnerte Grimm. In diesen beiden Punkten herrschte Einigkeit im Gremium. Der Samtgemeinderat wird das Thema abschließend erörtern.
Bild: Diedrich Höyns
Foto: Archiv © Rotenburger Rundschau GmbH & Co. KG












