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Es begann mit dem Ford Eifel

Jan-Ole und Heiko Intemann aus Ahausen sammeln Oldtimer - Von Karolina Haselmeyer

Foto zum Artikel: Es begann mit dem Ford Eifel
Wer die Wahl hat... Heiko Intemann mit dem Ford T Runabout aus dem Jahr 1915 (links), dem Willys Overland von 1920 und einem alten Motorrad von 1928 Foto: Haselmeyer
22.12.2012 16:00:00
Ahausen. 
Bevor Jan-Ole Intemann mit seiner Tin Lizzie, auch Blechliesel genannt, einem Ford T Runabout aus dem Jahr 1915, durch die Gegend fahren kann, muss er immer erst ein Streichholz zücken und die Petroleumlampen zum Leuchten bringen. Über elektrisches Licht oder gar einen elektrischen Motor verfügt sein Gefährt nämlich nicht. Selbst ein Blinker fehlt: Möchte Intemann mit seinem Oldtimer abbiegen, hält er ein Schild an der jeweiligen Seite aus dem Fenster.


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"Es ist ein richtiges Erlebnis, das Auto zum Laufen zu bringen“, verrät er schmunzelnd. Den Schlüssel umdrehen und losfahren funktioniert da nicht, denn der alte Ford verfügt noch über einen Magnetmotor. Und auch das Fahren mit dem historischen Wagen will gelernt sein: Statt im Fußraum befindet sich das Gaspedal am Lenkrad und wird dementsprechend auch mit der Hand bedient. Eine Kupplung fehlt genauso wie ein Ölmessstab und eine Kraftstoffanzeige.

Sein Vater Heiko Intemann hat es mit seinem Willys Overland, Modell vier, von 1920, etwas leichter – jedoch nur, was das Fahren angeht. Denn obwohl der Wagen nur fünf Jahre jünger ist, ist der Unterschied zwischen den beiden groß. "Damals hat sich das Automobil wahnsinnig schnell entwickelt. Heute dagegen machen fünf Jahre kaum noch was aus, der Golf V sieht fast genauso aus wie der Golf VI und es haben sich lediglich Kleinigkeiten verändert“, erklärt Heiko Intemann.

Der Ford T Runabout ist das älteste Auto in der Region. Aber obwohl Willys Overland jünger ist, ist er viel seltener zu sehen. Das liegt vor allem daran, dass die Marke Willys Overland nur bis 1926 existierte. "Es gibt etwa noch ein Dutzend von ihm weltweit. Der Rest wurde wohl verschrottet“, so der Ahauser. Er hat seinen Wagen über das Internet gefunden und im Mai 2009 in Frankreich gekauft. Bis das Auto jedoch fahrtauglich war, musste er fast alle Teile austauschen. "Es ist mittlerweile sehr schwer, passende Ersatzteile zu finden.“ Deswegen hat er am Ende das Fahrzeug fast noch einmal komplett in Einzelteilen nachkaufen müssen.

Auch der T-Ford, den Intemanns im selben Jahr erworben haben, war ein Fund aus dem Internet. Anders als den Overland Four, den Jan-Ole Intemann selbst mit einem Anhänger abholen konnte, wurde die Tin Lizzie aus Amerika eingeflogen. Auch an dem Wagen musste einiges geschraubt und ausgetauscht werden: das Lenkrad war kaputt, Spiegel wurden angebracht und es musste nachlackiert werden. Sogar das Verdeck haben Intemanns in Handarbeit erneuert. Die Teile dafür haben die zwei ebenfalls überwiegend in Amerika aufgetrieben.

"In beiden Wagen steckt ziemlich viel Arbeit“, so Heiko Intemann, der als Ingenieur für Karoseriekonstruktion und Kfz-Meister das notwendige Know-How dafür mitbringt. Auch sein Sohn Jan-Ole, der eine Ausbildung zum technischen Metallbauer gemacht hat, schraubt mit großer Begeisterung an den alten Wagen herum. "Das ist alles learning by doing“, sagt er schmunzelnd. "Angefangen habe ich mit einer alten Simson.“ Und sein Vater erklärt: "Irgendwann wird es die alten Wagen nicht mehr geben, weil niemand sie mehr reparieren kann.“

Die Leidenschaft für alte Fahrzeuge begann bei Heiko Intemann mit einem Scheunenfund, einem Ford Eifel. Mittlerweile umfasst die Sammlung neben dem Runabout und dem Willys Overland noch einen Trabbi, einen alten Trecker von 1949 sowie fünf Motorräder – darunter eins von 1928 aus Familienbesitz sowie ein Fahrrad mit einem Rex-am-Riemen-Hilfsmotor von 1949. Alle Fahrzeuge wurden von den beiden selbst repariert und zum Fahren gebracht. Der Vorteil ist, dass sie eine große trockene Halle direkt hinterm Haus haben, in der ihnen sämtliche Werkstattmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Wenn Vater und Sohn mit ihrem T-Ford und dem Willys Overland auf den Straßen unterwegs sind, ziehen sie so manche Blicke auf sich. Ganz große Touren fahren sie bei einem Spritverbrauch von 30 Litern auf 100 Kilometer allerdings nicht. "Wir können die Wagen an jeder Tankstelle mit normalem Benzin auftanken, das wir dann mit einem Bleizusatz vermengen“, verrät Heiko Intemann.

Zweimal im Jahr sind die beiden außerdem auf Oldtimer-Rallyes anzutreffen: bei der Rallye rund um Rotenburg sowie bei der Cuxland-Oldtimer-Rallye. Dabei waren die Ahauser bisher nicht nur echte Publikumsmagnete, sondern auch äußerst erfolgreich, wie die zahlreichen Pokale verraten. "In Rotenburg haben wir zweimal schon den ersten Platz gemacht“, sagt Jan-Ole Intemann stolz und fügt hinzu: "Der Erfolg ist aber auch stark vom Co-Piloten abhängig, der die Karte liest. In erster Linie ist man froh, überhaupt ins Ziel zu kommen.“ "Es gibt leider nicht viele Rallyes, die wir mit unseren Autos mitfahren können“, ergänzt sein Vater Heiko Intemann. "Wir können im Schnitt nur 20 Stundenkilometer fahren. Außerdem ist so eine Teilnahme sehr zeitaufwendig. Es ist ja nicht nur die Fahrtzeit alleine, hinterher müssen wir nämlich sämtliche Schrauben nachziehen und immer irgendwas reparieren.“

Während der T-Ford ein Zweisitzer ist – "hinten auf dem Kofferraum gibt es allerdings noch einen Schwiegermutterplatz, der früher für die Frau bestimmt war“, erklärt Jan-Ole Intemann mit einem Grinsen – verfügt der Overland über fünf Sitze und äußerst bequeme Bänke. Deswegen bietet Heiko Intemann Hochzeitspaaren die Möglichkeit, in seiner historischen Limousine zu fahren.

Während der kalten Wintermonate bleiben die Wagen in der trockenen Halle stehen – denn ohne Fahrzeugheizung macht das Fahren keinen großen Spaß. Langweilig wird den beiden Ahausern dabei aber nicht, denn irgendwas zu schrauben gibt es für sie immer. "Wir sind ständig auf der Suche nach was Neuem. Zum Runabout gehört zum Beispiel ein Koffer auf das Trittbrett an der Fahrerseite“, verrät Heiko Intemann. Außerdem hat sein Sohn Jan-Ole noch etwas Besonderes im Hinterkopf: "Ich hätte irgendwann gerne die Rennversion eines Ford A, dem Nachfolger meines T-Modells.“ © Rotenburger Rundschau GmbH & Co. KG


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