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Hereinspaziert und "Glück zu“
Internationaler Mühlentag am Pfingstmontag: 13 Objekte aus dem Landkreis Rotenburg dabei
Zu einer Zeitreise in die Vergangenheit bietet sich der Pfingstmontag an: Am Internationalen Mühlentag der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde beteiligen sich auch zahlreiche historische Objekte im Landkreis Rotenburg (Bild: die Wassermühle Stuckenborstel). Neben der Möglichkeit zur Besichtigung gibt’s bei den meisten Mühlen auch ein unterhaltsames Rahmenprogramm
Landkreis Rotenburg. (ivr/r). Pfingstmontage sind die beste Gelegenheit, die Mühlen auch im Landkreis Rotenburg zu erkunden. An diesem Tag lädt die Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde (DGM) seit 15 Jahren zu einem Ausflug in eine der bundesweit 1.700 Mühlen ein. In Niedersachsen und Bremen haben 239 Mühlen ein unterhaltsames und informatives Programm vorbereitet und locken damit auch zu einer Zeitreise in die Vergangenheit. Im Wümmekreis können Interessierte in diesem Jahr folgende 13 Mühlen besichtigen:
- die 1773 in Hamburg erbaute einstöckige Holländer-Galerie-Windmühle Henriette in Elm. Sie zieren Windrose und Segelflügel. Die Kappe ist reetgedeckt. Der restaurierte Deutz-Diesel-Motor stammt aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Am Mühlentag finden von 11 bis 18 Uhr statt. Kaffee und Kuchen gibt es ab 14 Uhr.
- die Wassermühle Alfstedt am ehemaligen Grenzfluss Mehe. Sie ist mit einem Wasserrad, aber ohne Mahlgang ausgestattet. Ab 11.30 Uhr gibt es unter dem Motto "kieken, klönen, Kaffee drinken“ ein Angebot für die ganze Familie. Dazu gehören Bootsfahrten auf der Mehe, Ponyreiten, Windmühlen-Klettertouren, Kutschfahrten, Basteln, Angeln unter Anleitung und mehr. Für Verpflegung ist gesorgt.
- die 1868 errichtete Windmühle Elisabeth in Selsingen. Sie wurde von 1981 bis 1983 neu aufgebaut. Die Technik ist reparaturbedürftig. Flügel, Antriebswelle, Königswelle und Mahlgang sind aber vorhanden. Angetrieben werden sie von einem elektrischen Motor. Der Verein bietet Führungen an. Für Essen und Trinken ist gesorgt.
- die um 1300 erstmals erwähnte Wassermühle Eitzmühlen. Sie wurde von 1991 bis 1994 renoviert und wird seit 1998 als Landfrauencafé genutzt. Ab 13 Uhr finden Besichtigungen statt. Für Essen und Trinken ist gesorgt.
- die 1836 im Backsteinbau errichtete Wassermühle Bademühlen. Sie befindet sich in Privatbesitz. Ein Wasserrad ist seit 1995 vorhanden; 1999 erfolgte die komplette Restaurierung. Die Mühle ist voll funktionstüchtig und besitzt zwei Schrotgänge. Geplante Aktivitäten: Besichtigung, Führung, Mahlen, Mehlverkauf, Bewirtung.
- die direkt an der Oste gelegene Sittenser Wassermühle. Sie hat ein unterschlächtiges Wasserrad, das eine voll funktionsfähige Mühlentechnik antreibt. Die Mühle stammt aus dem 16. Jahrhundert und ist heute im Besitz der Gemeinde Sittensen. Es befindet sich ein großzügiges Handwerkermuseum sowie das Standesamt und das Touristikbüro im Mühlengebäude. Geplante Aktivitäten: Vorführung und Erklärungen der Wassermühle.
- die Scheeßeler Wassermühle. Das Bauwerk mit seinen vielen unterschiedlichen Mahlvorgängen wurde zuletzt 1830 mit zwei unterschlächtigen Wasserrädern und vier Mahlgängen neu errichtet. Anschließend folgten verschiedene Erweiterungen. 1884 und 1891 wurden zwei Francis-Turbinen mit 45 und 30 Kilowatt Leistung eingebaut. Heute besitzt die Mühle fünf Schrotgänge, ein Backschrotgang, vier Rohrmischmaschinen, eine Hammermühle und eine Saatgutreinigungsanlage (alles betriebsbereit). Ferner wird eine komplette Vier-Passagen-Feinmehlmühle mit Reinigung (Aspirateur, Trieur, Schälmaschine, Bürstmaschine), einer Quetsche mit Sechskantsichter, zwei Walzenstühlen, einem Ausmahlgang sowie einem vierteiligem Plansichter restauriert (Maschinen noch im Aufbau), teiweise betriebsfähig. Betreuung durch den Förderverein Scheeßeler Mühle. Am Mühlentag sollen Mahlvorführungen stattfinden. Außerdem gehören Bewirtung, Kindertheater, musikalische Darbietungen und ein Flohmarkt zum Programm.
- die Galerie-Holländer-Windmühle in Brockel. Das dreistöckige Gebäude aus dem Jahr 1860 ist 23 Meter hoch und verfügt über ein vollständig erhaltenes Mahlwerk mit Schrotgang, einer doppelten und zwei einfachen Walzenstühlen sowie Hammermühle. Von 1993 bis 1996 wurde er renoviert. 2006 konnte die Dampfmaschine wieder in Betrieb genommen werden. Um 10 Uhr beginnt ein Gottesdienst an der Mühle. Danach laden gelernte Müller zu Führungen ein. Das Museum kann besichtigt werden. Zudem ist eine Projekt-Ausstellung zum Thema Mühlen und Speicher in der Region "Hohen Heide“ sowie der Betrieb der Dampfmaschine und Mahlen mit Dampf und Wind geplant.
- die am schönen Mühlenteich gelegene Federlohmühle. Das vermutlich etwa 400 Jahre alte und 1789 umgebaute Gebäude war noch bis 1974 in Betrieb. Seit 2000 dreht sich das völlig neu konstruierte Wasserrad wieder. Die Mühle, die als Standesamt genutzt werden kann, ist von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Am Mühlentag soll Getreide gemahlen werden. Für Essen und Trinken ist gesorgt.
- die 1790 im Fachwerk errichtete Wassermühle Stuckenborstel. Sie wurde 1994 vollständig restauriert und besteht aus zwei Schrotgängen, einem Sichter, einer Mischmaschine und drei Elevatoren. Geplante Aktivitäten: Demonstration des Mühlenbetriebes (ohne Getreidevermahlung), Besichtigung, Führungen, Bewirtung und der Auftritt einer Musikgruppe.
- die Nartumer Motormühle. Sie wurde 1900 erbaut und im Jahr 2005 vom Hof Eckhof an ihren jetzigen Standort Am Brink umgesetzt. Dabei wurde die Mahltechnik im Original übernommen und betriebsfertig instandgesetzt. Zwischen 1935 und 1947 wurde die Mühle zur Schrotung von Getreide zu Viehfutter genutzt. Geplante Aktivitäten: Vorführungen (Schrotung von Getreide), Kaffee und Kuchen.
- die alte Ernst-Franzen-Mühle auf dem Hellweger Mühlenhof, die nach genau 44 Jahren Stillstand wieder funktionsfähig ist. Die Stiftung der Sparkasse Rotenburg-Bremervörde hatte mit einem Zuschuss in Höhe von 10.000 Euro die Wiederbeschaffung der alten Mühlentechnik ermöglicht, die vor 40 Jahren an einen Schrotthändler verkauft worden war. Nun befindet sich die fast vergessene Mühle, die Ernst Franzen auf der Hofstelle mit der Hausnummer 5 im Dorf aufgebaut hatte, wieder im Zustand von 1930. Angetrieben wird sie mit einem mehr als 80 Jahre alten Schleifringmotor, den Heinz Hoops aus Hellwege dem Mühlenhof schenkte. Besichtigungen sind ab 10 Uhr möglich.
Weitere Informationen mit einer Übersicht über alle Mühlen und die geplanten Aktivitäten zum Deutschen Mühlentag gibt es im Internet unter www.muehlen-dgm-ev.de.
Übrigens: Wer die Mühlen mit dem Fahrrad erreichen möchte, ist auf der vom Touristverband des Landkreises Rotenburg (Tourow) ausgeschilderten Strecke richtig. Auf Radwegen, Schotterstrecken und auf wenig befahrenen asphaltierten Wegen verläuft die fahrradfreundliche Route. Das gut sichtbare Mühlenlogo bringt alle Radler sicher und zuverlässig von Mühle zu Mühle.
Die Mühlen zählen zu den kulturellen Besonderheiten der Wümme-Region. Viele sind wunderschön gelegen und laden zum Träumen und Verweilen ein. Informationstafeln geben Einblicke in die Geschichte der Bauwerke.
Weitere Informationen sowie Prospekte zur Mühlenroute und der niedersächsischen Mühlenstraße erhalten Interessierte beim Touristikverband (Telefon 04261/81960). © Rotenburger Rundschau GmbH & Co. KG












