Ausstellung in Rotenburger Emigholz-Filiale bis Mittwoch, 7. August

Kunstwerke mit viel Profil

26.07.2002
Rotenburger Rundschau
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(ww). Die meisten Menschen nutzen sie, um sich auf möglichst schnelle Art und Weise mit ihrem Auto fortzubewegen. Für die anderen sind sie dagegen ein Kunstobjekt. Die Rede ist von Reifen, einem eher unbeachteten Gegenstand des Alltags. Welche Kunstwerke allerdings entstehen können, wenn man sich ausgiebig mit diesem Objekt beschäftigt, kann jetzt in der Rotenburger Emigholz-Filiale in der Ernst-Rinck-Straße (Gewerbegebiet Hohenesch) bewundert werden.

"Kunst aus Reifen - Spaß aus Profilen" lautet das Thema der Ausstellung, das die Künstler inspirierte, rund 20 Werke zu erschaffen. Praktische Anregungen holten sich die Kreativen im Bremer Emigholz-Werk, in dessen 15 Niederlassungen im Nordwesten die Objekte größtenteils gezeigt werden. Die Schirmherrschaft und Eröffnung der Veranstaltung in der Wümmestadt übernahm der stellvertretende Bürgermeister Hartmut Leefers. Die Ausstellungs-Idee entwickelte Jens Emigholz (Bereich Marketing) gemeinsam mit Professor Roland W. Schulze. Eine andere Art von Werbung, erklärt Schulze, habe entstehen sollen: "Übliche Beilagen macht jeder. Uns war es wichtig, durch die Aktion das eigentlich unscheinbare Objekt Reifen stärker ins Bewusstsein der Menschen zu rufen." Und das versuchen die Beteiligten auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Eher pragmatisch haben das Thema beispielsweise die Studentinnen Andrea Schultka und Julia Berndt umgesetzt, die einen Tisch mit Sonnenschirm und einen bequemen Sessel aus den Profilen von Pkw-Reifen formten. Die Künstlerin Annemarie Arndt füllte dagegen Profilspalten mit farbigen Wachs und schuf auf diese Weise ungewöhnliche "Reifeneindrücke". Sigrid Brandes entwickelte ihr eigenes Profil aus Winzig-Granulat auf langen Papierrollen. Monika Nicolaus verpasste ihrem Keramik Werk "Linkshänder" einen Gummi-Überzug. Der in Bremen lebende Michael Wendt näherte sich den Reifenprofilen mit der Kamera und verfremdete sie durch Motivauswahl, Vergrößerung und das Spiel mit Schärfe und Unschärfe. Das Ergebnis: die Werke Landschaft I bis VI. Die ebenfalls aus der Hansestadt stammende Mechtild Böger schuf Bilder aus gebogenem Draht. "Trecker fahren I bis III" - fast sehen sie aus wie mit Bleistift gezeichnet. "Die benötigten Materialien konnten die Beteiligten bei einem Besuch der Runderneuerungswerkes in Bremen Mahndorf sammeln", so Professor Schulze. Vorgaben für die Umsetzung habe es nicht gegeben. Dass Kunst eine Botschaft beinhalten und übermitteln könne, aber auch ganz einfach nur gefallen dürfe, äußerte Jens Emigholz während der Ausstellungseröffnung. Wer ausprobieren möchte, ob die ungewöhnliche Kunst aus Reifen seinen Geschmack trifft, hat dazu in der Rotenburger Emigholz-Filale noch bis Mittwoch, 7. August, Gelegenheit. Alle Kunstwerke können übrigens auch gekauft werden.

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