Eike Holsten ist der CDU-Kandidat für die Landtagswahl 2018 - Von Janila Dierks

Alles auf Dialog

17.02.2017
Achim Figgen (von links) und Mechthild Ross Luttmann sowie Ernst Behrens (von rechts) und Hans-Heinrich Ehlen gratulierten künftigen Kandidaten Eike Holsten. Fotos: Janila Dierks
Achim Figgen (von links) und Mechthild Ross Luttmann sowie Ernst Behrens (von rechts) und Hans-Heinrich Ehlen gratulierten künftigen Kandidaten Eike Holsten. Fotos: Janila Dierks
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Rotenburg. „Wir haben uns bezüglich des Andrangs verschätzt,“ konstatierte der CDU-Kreisvorsitzende Hans-Heinrich Ehlen im Haus am Luner Forst: 396 stimmberechtigte Parteimitglieder waren am Mittwoch erschienen, um über den zukünftigen CDU-Kandidaten des Wahlkreis 53 für die Landtagswahl im kommenden Jahr zu entscheiden. Im zweiten Wahlgang gelang es Eike Holsten sich gegenüber seinen Mitbewerbern Ernst Behrens und Achim Figgen durchzusetzen.

Mit 177 Stimmen lag Holsten bereits im ersten Wahlgang deutlich vor Behrens mit 122 Stimmen und Figgen mit 95 Stimmen. Doch die absolute Mehrheit holte Holsten mit 222 Kreuzen hinter seinem Namen erst nach der zweiten Abstimmung. Die derzeitige Landtagsabgeordnete Mechthild Ross-Luttmann, die während des Abends die Versammlungsleitung übernommen hatte, bedankte sich bei allen drei Kandidaten, dass sie sich dem Wettkampf stellten und gratulierte Holsten: „Jetzt wird es losgehen mit dem Wahlkampf.“

Zuvor hatten alle drei Bewerber sich persönlich, vor allem aber ihre Themen und Positionen in einer kurzen Rede vorgestellt. Zentrale Themen waren dabei bei allen dreien vor allem die Landwirtschaft, Bildungspolitik und Innere Sicherheit.

„Es ist abenteuerlich, was die Landesregierung in dieser Zeit unter Sicherheitspolitik versteht“, stellte Holsten fest und verwies in diesem Zusammenhang auf die hohe Einbruchsrate, den Personalmangel bei der Polizei und Probleme bei der Rückführung von abgelehnten Asylbewerbern. Auf eben diese Baustellen zeigte auch Figgen, betonte dabei jedoch: „Ich will keine Ängste schüren.“ Außerdem forderte er im Bildungsbereich mehr Lehrer einzustellen. „Eine Reform nach der anderen hilft uns nicht eine tatsächliche hundertprozentige Unterrichtsversorgung zu gewährleisten.“ Behrens warb zusätzlich für eine praktischere Ausbildung, die die Schüler für handwerkliche Berufe begeistere – zum Beispiel über ein duales Studium. Bezüglich der Landwirtschaftspolitik stellte er fest, dass diese zu einem „Spielball der Politik“ geworden sei und auch Holsten sowie Figgen befanden, dass das allgemeine Bild der Landwirtschaft nur wenig mit der Realität zu tun habe. „Man soll von der eigenen Arbeit leben können – da wird wohl niemand widersprechen“, so Holsten. Er warb, ebenso wie Behrens, für den fairen Dialog.

Mit Holsten als Landtagskandidaten hofft die CDU im Januar 2018 nicht nur auf ein erneutes Direktmandat, sondern auch auf eine Mehrheit im niedersächsischen Landtag. Denn: „Oppositionsarbeit kann ermüdend sein“, weiß Ross-Luttmann. Dass nun nach fünf Jahren rot-grüner Landesregierung wieder ein Regierungswechsel folgen könnte, hofft auch der CDU-Spitzenkandidat Bernd Althusmann, der per Video-Botschaft Ross-Luttmann für ihr Engagement dankte und den neuen Kandidaten vorab alles Gute wünschte.

Holsten selbst betonte: „Ich stehe für einen Generationswechsel, aber wir können den Wahlkampf nur gemeinsam schaffen.“ Er habe durch sein Politikwissenschaftsstudium und seine beruflichen Erfahrungen bereits einiges Hintergrundwissen, so der 33-jährige Rotenburger. Mit Blick auf die jüngsten politischen Entwicklungen stellte er klar: „Populisten sind immer weiter auf dem Vormarsch, doch wir machen weiter das, was wir schon immer gut konnten: Wir treten in den Dialog“.

Auch für den Wahlkreis 54 steht seit Donnerstag der Kandidat fest: Als Nachfolger für den CDU-Kreisvorsitzenden Ehlen bewirbt sich Marco Mohrmann um das Landtagsmandat.

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